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Ich bin ein Schläfer (die Wahrheit über sie, ihn und ihre Paarkommunikation).

Worüber man reden sollte, bevor man Eltern wird!

Versorgung, oder Entsorgung? Er sagte Entsorgung.

Tagesdienst, oder Nachtdienst?  Er sagte Nachtdienst.


Mamablog, Papablog,
Sie schläft friedlich und Er?

Seine Antworten streute sie bereits breit im Freundes- und
Familienkreis und so wurde die Liste geboren.


Als K1 zu ihnen traf, war die Versorgung vorerst durch sie
sichergestellt. Sie verlegte jedoch die Entsorgung ganz in seine Hände.
Wickeln, putzen, Kotze wegwischen? Er. Immer Er. Beide Bereiche wurden auch zur
Nachtzeit bei ihnen geteilt. SIE Versorgung, ER Entsorgung. Sie waren
Studenten, was waren beide frei (und wach)! Im Laufe der Jahre, mit K1, ging
der Anteil von Versorgung in der Nacht stark (Na gut, auf null!) zurück. Es
blieb nur noch Entsorgung, oder generell Nachtdienst übrig.

Sie ist ein schlafender Stein

Da sie, gewissermaßen, ein schlafender Stein ist und sich
einem Sushi ähnlich, in ihre riesige, französische Bettdecke einrollt (Beide
haben eine große Bettdecke) und sofort schläft, waren die Nächte eben seine
Sache. Er murrte nicht, oder meckerte sondern genoss die Extrazeit mit K1. Die
Tagschichten erfüllte sie dafür vorbildlich. Sie gab nicht nur 100%, sie gab
150%! Da K1 mit einem Langschläfergen (ganz wie sie) gesegnet war, wurde sie
erst gegen 09:30Uhr mit sanften Küsschen geweckt und konnte sich dann selbst
aufrollen und frisch in den Tag starten. Nach einiger Zeit (ca. 2,5 Jahre) begann
der Mann jedoch zu meckern. Der Deal sei nicht fair, er sei auch müde usw. Um
keine Schwächen aufkommen zu lassen, verschickten K1 und sie, ihn dann auf
Landpartien, oder zur Arbeit in ein anderes Bundesland und machten es sich in
Sushidecken gerollt, im Integrationsdoppelbett gemütlich. Erst wenn die SMS mit den Worten
„Ich kann ohne euch nicht schlafen“ kam, durfte er wieder nach Hause kommen und
alle hatten ihren Rhythmus wieder. 

Der Mann schläft Nachts nie

Nachts konnte sie ihn wieder leicht antippen
und er schwang seine Beine aus dem Bett um als Boxershortheld, nach dem Kind nebenan, schauen zu gehen. Manchmal kam er wieder, allein, oder zu zweit. Sie wurde jeden Morgen erneut überrascht.
Jahr
für Jahr wuchs die gemeinsame Liste von Vorlieben und kleinen Paargesetzen an. Wäsche sie,
kochen er, fegen sie, wischen er, packen sie, einräumen er, Kinder machen er,
Kinder kriegen sie usw. Beide Listen richteten sich dabei nach den jeweiligen Vorlieben
und beide erinnerten den Anderen manchmal, im Säuselton, an die jeweiligen Betätigungsfelder. 


Es kam K2 und alles wurde anders

Dann kam K2. Da K2 geplant war, fragte sie den Mann erneut. Bist du bereit für
Entsorgung und Nachtdienste? Da er nichts Gegenteiliges meinte, wurde K2
geboren.
K2 entpuppte sich jedoch, nun ja, eher nicht so als Langschläfertyp und das mit
der Versorgung gestaltete sich auch alles anders. Zudem hatte sie nun plötzlich
den 40 Stunden Job und er die Elternzeit, die Liste verschob sich leicht (nur
ganz minimal) in seine Richtung. Die Aufstehzeiten von K2, fielen nach ihrer Definition zum Beispiel,
definitiv noch in den Nachtbereich, da konnte man nix machen. 

Sie hat die Keule, er hat keine Wahl.

Die Kinder lernten schnell

Die Kinder lernten
schnell. Sie lernten, dass sie Sie nachts nicht antreffen würden, sondern immer
nur ihn. Sie lernten, ihr war egal wer beim Erwachen im Integrationsbett neben ihr lag und ihre Hand
hielt. Sie lernten, dass sie den ganzen Tag, für die Versorgung arbeiten ging und
er beide Kinder zur Schule, oder in die Kita bringen würde. 
Nachts war es, nach fast
sieben Jahren Nachtdienst, jedoch nicht mehr so leichtfüßig wie früher mit ihm.
Reichte früher nur ein sanftes Rücken streicheln um ihn an seine Nächte zu
erinnern, so benötigte sie inzwischen eine Bärenklaue, oder Keule in manchen
Nächten. Seine Beschwerden „Ich bin auch müde, ich kann nicht mehr“ nahmen
stark zu. 


Ich kann nicht ohne euch schlafen

Allein im letzten Jahr mussten die Kinder und sie auf Mutter-Kind-Kur
fahren und ihn zusätzlich mehrere Wochen nach Brandenburg schicken, um sich zu
erholen. Die SMS mit den erlösenden Worten „Ich kann ohne euch nicht schlafen“
erfolgte, statistisch gesehen, auch wesentlich später. Es schien also
Modifizierungsbedarf zu geben, an ihren Listen. 

Da sie ja kein Unmensch war, schlug sie ihm vor, das Ressort „Einräumen“ auf ihre Seite zu ziehen, wenn nur die beiden Kernpunkte „Nachtdienste und Entsorgung“ für immer
in Stein gemeißelt bleiben könnten, auf seiner Seite. 

Die Verhandlungen laufen
zäh und dauern an.

 Alu

Das Thema Schlaf wird derzeit heiß diskutiert. 

Dieser Text kann zur Serie “Schlaflabor” von Grummelmama gezählt werden.

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14 Comments

  • Nicole Tw.
    9. Januar 2015 at 08:05

    Zu schön geschrieben.
    Liebe Grüße
    Nicole

  • Suse / Ichlebejetzt
    9. Januar 2015 at 08:29

    Sorry, aber ich lieg grad unter dem Tisch!
    Wie toll ist das denn mal geschrieben!
    Und was ich am Besten finde: aus dem Artikel spricht eine so was von geniale Beziehung!
    Ich muß das mal eben teilen gehen!
    Liebe Grüße
    Suse

  • Frische Brise
    9. Januar 2015 at 08:54

    So schön!

    Hier ist es ähnlich 🙂

  • aluberlin
    9. Januar 2015 at 16:37

    Danke.

  • aluberlin
    9. Januar 2015 at 16:38

    Na das hoffe ich doch,das mit der Beziehung. Lg und danke

  • aluberlin
    9. Januar 2015 at 16:39

    Danke. Lg zurück

  • Hanna
    9. Januar 2015 at 22:18

    Bei uns sieht das auch ähnlich aus. Als ich unseren Sohn noch stillte, hat der Mann dem Kind eine neue Windel gemacht und mir gebracht. Nachdem wir fertig waren, hat er ihn auch wieder weggebracht. Bis heute ist es so, dass eher er aufsteht (wenn in der nacht was los ist), als ich. Liegt aber daran, dass er sofort wie ein Stein wieder einschläft. Bin ich einmal aufgestanden, dann bin ich auch wach und brauche lange um wieder einzuschlafen…

  • JesSi Ca S
    10. Januar 2015 at 11:01

    Wahnsinn!! Toll!! Einfach genial!!! Hier war es lange Zeit ich – tagsüber und auch nachts. Was konnte der Mann schon ausrichten ohne Brüste an denen das Kind gefühlt 23,5 Stunden hing. Auch Nachts reichte ein Piep und ich war wach. Heute mit drei Jahren und einer wieder nicht wenig arbeitenden Mama – das tat sie damals nicht und Elternzeit für ihn kam nicht in Frage – selbst und ständig eben… Heute kann es schon mal vorkommen das ich plötzlich keinen kleinen Körper in unserer Mitte ertaste – ok meist ertasten mich Füße oder Arme in meinem Rücken und erinnern mich daran das genau das nicht so nett ist – und nicht mitbekam wann er sie geholt hatte.
    Meine Freundin sagte mal: "Irgendwann kannst Du wieder schlafen, irgendwann wirst Du nur noch wach, wenn es wirklich was wichtiges ist – den Rest kann auch Papa." – da scheint was dran zu sein. Und ganz heimlich bleibe ich sogar manchmal noch einen Minimoment liegen wenn ich spüre er macht sich schon halb auf den Weg – aber pssssst 😀 ;-p

    Liebste Grüße
    JesSi Ca

  • Anonym
    10. Januar 2015 at 21:37

    :))))

  • Christian Hanne
    11. Januar 2015 at 12:51

    Schön, wenn diese Dinge in einer Beziehung so partnerschaftlich geregelt werden können. Insbesondere, dass ihr euch darauf verständigen konntet, wer die Kinder zeugt und wer sie bekommt, nötigt Respekt ab.

    LG, Christian

  • Anonym
    12. Januar 2015 at 10:24

    er macht die drecksarbeit alleine, geht arbeiten, versorgt mutter und kinder mit seinem geld, und wird trotzdem ausgenommen und entsorgt werden im scheidungsfall.

  • aluberlin
    12. Januar 2015 at 10:33

    Ich weiß nicht von wem sie da sprechen, aber in diesem bsp. ist von einer gleichberechtigten Partnerschaft die Rede in der SIE Mann und Kinder versorgt.

  • aluberlin
    12. Januar 2015 at 10:34

    Hier steht nirgendwo, dass von uns gesprochen wird.

  • Johnny
    13. Januar 2015 at 20:44

    Hehe.. ja, so war das bei uns auch in den ersten zwei Monaten. Ich hatte die Nachtschicht und das wollte mir sehr gefallen. Mittlerweile aber gibt es gar keine echte Nachtschicht mehr. Schade. Nur das letzte Wickeln des Tages ist davon übrig geblieben. Die Frühschicht hat definitiv ihre Mutter. Und das ist auch gut so. ;D

    btw. ich kann kommentieren, wenn ich nicht Safari oder firefox benutze.. tz.. mit chrome geht's..

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