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Ich träume von Zeit mit meinen Freundinnen #Coronatagebuch

Seit einigen Tagen habe ich einen nervigen Schnupfen. Meine Stimmung ist dadurch generell etwas gedämpft, aber vor allem fühle ich in diesen Tagen eine starke Sehnsucht nach menschlicher Normalität.

In der Nacht träume ich von langen Teeabenden mit meiner liebsten Freundin und wie wir ihre Babysachen sortieren. Sie wird bald Mutter und wir haben uns nun schon seit August nicht mehr gesehen, es bricht mir das Herz. Nach diesen Träumen erwache ich traurig. Ich schreibe SMS und Sprachnachrichten an liebe Menschen, ich schicke Postkarten und kleine Aufmerksamkeiten quer durch die Republik und trotzdem: Meine Sehnsucht bleibt. Da ist eine Lücke, tief in mir.

Mal wieder eine Umarmung von meinem besten Freund spüren, jemand der mir so viel Kraft gibt mit seinen Umarmungen, denn sie werden sparsam eingesetzt und kommen von Herzen.

Mal wieder die Schulter berühren von meiner Seelenfreundin, jemand der weiß wie ich denke und agiere, auch wenn wir uns Monate lang nicht sehen.

Mal wieder über die Haare streichen bei meiner Freundin die immer eine neue  Frisur trägt, wenn wir uns begegnen und an der irgendwie alles gut aussieht und sie strahlen lässt.

Mal wieder reden, sich in die Augen schauen. Das fehlt mir.

Es fühlt sich gerade für mich an, als wäre Corona seit Jahren da. Als hätte es mir als Frau und Mutter den Rest an sozialen Beziehungen auch noch genommen, als wäre da gerade ganz wenig wir und ganz viel ich, aber in einem viel zu engen Rahmen.

Ich fühle mich eingeengt und mies gelaunt. Meine Nase ist rot und trägt meine Seele nach außen.

Wenn man mich derzeit fragt wie es mir geht, dann antworte ich sehr direkt “Ich habe einen Schnupfen. Er fühlt sich an wie ein Symptom meiner ganz persönlichen Sehnsucht. Der Sehnsucht nach Menschlichkeit” und dann setze ich mich an Rechner und tippe Texte wie diesen hier.

Verschnupft und mies gelaunt an einem Samstag Abend.

Ich vermisse meine Freundinnen

MÖP

Bleibt gesund.

Alu

 

Diese plötzliche Stille in meinem Handy #Coronatagebuch

 

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1 Comment

  • Flo
    16. November 2020 at 10:57

    Ich finde, man sollte es sich auch nicht schwerer machen als nötig.

    Du darfst Dich mit Menschen aus jeweils einem anderen Haushalt treffen. Es spricht absolut nichts dagegen, wenn Du mit Deinem besten Freund einen Spaziergang durch den Park machst. Du kannst Deine beste Freundin auf einen Kaffee zu Dir einladen.
    Man kann ja miteinander vorher sprechen, ob der Andere beispielsweise Risikokontakte hatte. Man kann die Corona-App abgleichen. Klar ist das keine hundertprozentige Sicherheit aber die gibt es im Leben doch eh für nichts.

    Haltet Euch an die Regeln, tragt Maske, reduziert die Kontakte, trefft Euch nur jeweils mit einer Person aus einem anderen Haushalt… aber macht Euch auch nicht verrückt.

    Selbstverständlich ich Köperkontakt (außer zu meiner Frau und meinen Kindern) reduziert und umarme meine Freunde nicht mehr zur Begrüßung. Natürlich vermisse ich das. Teilweise sind dadurch aber auch lustige neue Begrüßungrituale entstanden. Manche Freunde begrüße ich mit Brofist oder Ellenbogen. Bei anderen hat es sich inzwischen eingebürgert, dass wir uns mit einem Wai (Verbeugung nach thailändischer Art) oder einem Bundeswehr-Salut begrüßen.

    Aber einen schönen Abend mit intensiven Gesprächen kann man trotzdem miteinander verbringen. Vielleicht sitzen wir nun mit ein Bisschen mehr Abstand und lüften häufiger. Gerne treffen wir uns auch mal draußen mit Winterparka in meinem Kleingarten, trinken Glühwein an der frischen Luft, stehen im Schein von Fackeln mit Abstand um einen Kohlegrill und reden.
    Manchmal braucht es etwas Kreativität um mit der neuen Situation umzugehen und trotz aller Einschränkungen noch (halbwegs sicheren!) Spaß zu haben.

    P.S.: Gute Besserung für den Schnupfen.

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