Über mein persönliches Hamsterrad - wie ich in der Vereinbarkeit stecke
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Wie ich in meinem persönlichen Hamsterrad feststeckte- zur #Vereinbarkeit

Über die Vereinbarkeit im Hamsterrad

Ich bin ein Hamster. Flauschig, goldgelb und tagsüber müde. Das ich müde bin, kommt sicherlich vom Hamsterrad. Darin steck ich nämlich fest und das schon eine ganze Weile. Ich renne und renne und renne und renne und manchmal weiß ich gar nicht warum und wofür und dann muss ich doch wieder
rennen, einfach weil es sich richtig anfühlt!

Ich kann ohne meine Hamsterrad nicht leben, ich brauche es. Ich brauche das Rad! Vor einiger Zeit musste ich aussteigen. Es ist ist ca. acht Monate her, da war ich richtig krank. Das Rad hatte mich
hinausgeschleudert und mir gezeigt, dass ich eine Pause brauche und das Rad auch. Schlappe sechs Wochen lag ich im Bett, nahm drei Antibiotika und wechselte den Job. Ich konnte nicht mehr rennen, mein Körper hatte mir den Stinkefinger gezeigt. Ich schwor mir: kein Hamsterrad mehr für mich!
Hamsterbild.

Ein immer währender agiler Hamster zu sein, hatte ich mich angestrengt und die Folgen bekam ich zu spüren.

Nun acht Monate und in einem tollen Job angelandet stehe ich wieder am Anfang

Ich stehe wieder im Rad. Ich renne und renne und renne und komme doch irgendwie nie pünktlich irgendwo an. Ich versuche es wirklich mir Zeit für mich zu erlaufen, aber selbst das Yoga fühlt sich falsch an, wenn man ständig auf die Uhr schauen muss. Ich mag meine Arbeit, ich mag meine Projekte,
ich liebe meine Familie, aber alles nur im Schnellmodus zu erfahren macht einfach keinen Spaß!

Das Hamsterrad klebt an mir dran und vielleicht war das schon immer so und ganz oft denke ich auch, dass ich einfach der Typ für ein Hamsterrad bin?

Meine Ideen und mein Willen etwas zu bewegen sind zu stark und leiten mich einfach immer wieder rein, statt raus.
Seit diesem Monat arbeitet nun auch der Mann in Vollzeit und sitzt abends an seiner Promotion.  Bereits
nach einer Woche kann ich sagen, dass ich mir das so nicht vorgestellt habe. Die Kinder nur Morgens, oder Abends zu sehen, ohne Terminkalender kein Paarleben mehr zu führen und dann noch Termine wie Schule, Kita und Freizeit zu organisieren, bringen meinen kleinen Hamsterkopf zum Glühen. Ich werde also an den Stellschrauben des Rades wieder drehen müssen.

Was könnte helfen?

Vielleicht muss ich mehr in  Homeoffice gehen? Vielleicht werde ich meine Eltern und Schwiegereltern mehr um Hilfe bitten? Vielleicht muss ich Vereinbarkeit neu denken und mir damit auch mehr Ausstiege aus dem Hamsterrad selber bauen? Verdammt ich bin  zwar nur ein Hamster der wuschelig, goldgelb und süß ist, aber ich kann auch sehr gut Dinge anknabbern, zernagen und selber bauen! Und eines ist man klar: Ich baue mir kein neues Hamsterrad, sondern eher ein schönes luftdurchlässiges Haus mit vielen Türen! Kennt Ihr das auch?
Alu
Vereinbarkeit_Hamster

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10 Comments

  • Maja
    8. September 2015 at 07:42

    Ja, ich kenne das gut. Und es ist der Grund, warum ich, trotz aller Schwierigkeiten, die das (nicht nur finanziell) mit sich bringt, nicht mehr arbeite. Weil ich für mich ab einem gewissen Punkt die Vereinbarkeit nicht mehr sah. Und im Moment sehe ich auch keinen Ansatzpunkt in meinem Leben, um das kurzfristig zu ändern. Klar, ich will irgendwann wieder arbeiten. Aber jetzt und hier passt es absolut nicht in meine Wirklichkeit.

  • Working Mom
    8. September 2015 at 10:20

    Ich weiss was du meinst!

    Und es ist wirklich so, dass man Termine neu überdenken muss. Und sehen muss, was man wirklich machen muss und was man nur macht weil man es will – und es dennoch Stress für einen bedeutet. Wir haben Nachmittagstermine reduziert, das Ehrenamt zurückgefahren und wieder einen Abend die Woche nur für uns – da kommt ein Sitter oder eben bald das Au Pair.

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es bald wieder besser wird mit diesem Hamsterrad! Pass auf Dich auf!

  • Anonym
    8. September 2015 at 10:30

    Beide Eltern in Vollzeit mit zwei Kindern kann nicht gut gehen, auch nicht mit O&O im Startblock. Das hinterlässt einen schalen Geschmack und erzeugt Unglück bei allen Beteiligten…
    Und das mit dem Unsinn von Yoga kenn ich auch. Abgehetzt gerade noch rechtzeitig auf der Matte und dann irgendwie zur Ruhe kommen wenn das Kopfkino ToDos produziert. 😉 Manchmal klappte es, aber ich geh doch lieber joggen. Dann kann ich einfach los wenn es passt ohne feste Zeiten.
    Auch muss man sich eingestehen dass man nicht alles haben kann und manche Dinge eben gelegentlich wegfallen müssen. Das Schlaf mal wichtiger ist als die nächste Party oder so. Ist eh immer das Gleiche, nur die Farbe ändert sich.
    Viel Glück und Erfolg beim neu justieren!!

  • Sophie (kinderhaben.de)
    8. September 2015 at 12:27

    Kenne ich, kenne ich. Bei uns geht es gerade nicht anders, als das beide Vollzeit arbeiten (ich im Volontariat, der Mann muss Vollzeit krücken um die Finanzen im Gleichgewicht zu halten). Macht auf Dauer keinen Spaß. Und ich mache mir jetzt schon Sorgen, nach dem Volo einen Job zu finden, in dem ich vielleicht nur 30 Stunden arbeiten kann. Weil irgendeine Art von "Karriere" würde ich ja auch gerne machen und da ist Teilzeitfalle eben Teilzeitfalle – in den meisten Läden immer noch, leider. Mein Traum wäre ja eine Familienarbeitszeit für alle, ob Mann, ob Frau, wenn es einfach normal wäre, dass Eltern nur 32 Stunden oder so arbeiten. Wenn ich selbstständig wäre, würde ich wohl freiwillig Projekte abgeben um mehr Zeit fürs Privatleben zu haben. Aber das sage ich jetzt so leicht daher, weil ich ja nicht selbst in der Situation bin. 😉

  • Mama Notes
    8. September 2015 at 16:46

    Boah, das klingt wirklich heftig. Ich wünsche Dir gutes Gelingen und starke Nerven beim Stellschrauben stellen!

  • Sarah Depold
    8. September 2015 at 17:23

    Wir haben für uns festgelegt, dass es nicht geht, wenn beide Vollzeit arbeiten. Ich arbeite weniger Stunden, mein Mann beginnt sehr früh, sodass er um halb 5 zu Hause ist. Perfekt für uns. Man merkt aber deutlich den Unterschied im Geld. Das ist die Kehrseite, leider.
    Ich drücke dir Hamsterlein die Daumen, dass ihr euren Weg findet. Hamster neigen dazu, einen an der Waffel zu bekommen, wenn der Käfig zu eng wird…

  • Nieselpriem
    8. September 2015 at 17:30

    Oh, meine liebe Alu, wie ich das kenne… ich verstecke mich unter der Elternzeitkuscheldecke, aber das Hamsterrad steht sichtbar vor der Tür. Ich habe keine Rezepte und Ratschläge sind auch Schläge… also, was soll ich sagen? Du hast alles schon mal gehört, da bin ich sicher.
    Ich schicke dir meine wärmsten Gedanken und Umarmungen und wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest. Deinen! <3
    PS. Ich mag das neue Layout!

  • Mama on the rocks
    8. September 2015 at 18:58

    Liebe Alu, ich kenne das nur zu gut und stecke da auch grad mittendrin (und bin am Ausmisten/Restrukturieren!!!). SchdrückDichganzfest! Du wirst eine Lösung finden! <3

  • Endwinterwunder
    8. September 2015 at 19:16

    Ja, jaaa! Du sagst es! Danke, dass Du es mal so in Worte fasst.

  • Anke
    9. September 2015 at 16:49

    Das kennen wir wohl alle… Und doch: nur wir selber haben es in der Hand, das Hamsterrad abzustellen oder wenigstens zu verlangsamen. Es geht nicht alles auf einmal, irgendwo muss man Abstriche machen. Und oft habe ich für mich festgestellt, dass die Abstriche gar nicht weh tun, weil man so viel für sich gewinnt: Zeit, weniger Stress, weniger Genervtheit, weniger Gereiztheit, mehr Gemeinsamkeit.
    Also einfach die eigenen Prioritäten überdenke: Wie viele Hobbies müssen die Kinder wirklich haben, wie oft müssen sie sich unbedingt verabreden? Muss ich Vollzeit arbeiten oder reichen doch 20 Stunden? Kann ich Eltern, Nachbarn, Freunde, Putzfrau oder Kindermädchen einspannen? Muss ich im Elternbeirat dabei sein? Im Verein? Ich bin da ganz bei Working mum!

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