Wie wir mal mit den Kindern essen gehen wollten| grossekoepfe
Grossekoepfe.de | Ein Elternblog mit Ihrer und Seiner Sicht aus Berlin!
Beliebt Elternleben

Wie wir mal mit den Kindern essen gehen wollten…

Neulich wollten wir mal essen gehen, in ein Restaurant, mit den Kindern. Zu meinem Geburtstag hatten wir uns das so richtig schön vorgestellt, mit allen an einem runden Tisch. In der Mitte stapeln sich kleinere Tapas und jedes Kind isst ganz genüsslich seine Portionen und wir reden so über dies und das.Ich googelte schon nach kleineren Restaurants in unserer Gegend und fing an mich zu freuen, bis dann der Mann plötzlich so seltsam fragte: „Willst duuuuuuuuuuuuu das wirklich? Kannst du dich noch an das letzte Mal erinnern?“ und ich stockte. Ich nahm die Finger vom Handy und schaute auf. Das letzte Mal im Restaurant mit den Kindern, was war da nochmal? Und dann kam die Erinnerung:

ERINNERUNG:

Wir betreten zu fünft das Restaurant, Sonntagmittag. Die Kinder sind bereits hungrig, wir waren schon draußen unterwegs. Gemeinsam pellen wir die Kinder aus ihren Jacken. Eines stürmt bereits davon und sucht einen kleinen Tisch am Fenster aus, natürlich am anderen Ende des Ladens. Lautstark durchqueren wir den Laden, die Kinder diskutieren nämlich über unsere Restaurantentscheidung “Orrh man ey, warum keine Burger beim großen M?”. Die anderen Gäste gucken natürlich schon, ein Murmeln erhebt sich. In der Tasche habe ich bereits Minibuntstifte – ICH BIN DOCH PROFI

Am Tisch erscheint nach ellenlanger Wartezeit (oder sind es doch nur drei Minuten, die einem mit durchdrehenden Kindern manchmal so furchtbar lang erscheinen) eine Kellnerin um nach den Getränken zu fragen. Die Kinder wollen Fanta – Sprite – Fanta – nein vielleicht doch Apfelschorle – Fanta oder Sprite???? und es bilden sich die ersten Schweißtropfen auf meiner Stirn. Ich bestelle mir eine Cola, ich denke Koffein hilft.

wie wir mal essen gehen wollten mit den Kindern

Als die Getränke kommen werden Strohhalme ausgetauscht. Es werden Gläser hin und her geschoben und um die Buntstifte gestritten, alles ist wie zu Hause. Wir lesen den beiden kleineren Kindern die Essenskarte vor. Es gibt so viele großartige Kindergerichte, aber von drei Kindern will eins nur Pommes, eins will Nudeln ohne alles und ein Kind will Reis mit Sojasauce. Natürlich führt das Restaurant nicht alle diese Beilagen, also fängt das Feilschen an. „Spätzle, das könnte doch auch Nudeln sein“ oder „Pommes sind eigentlich nur Kartoffeln in anderer Form“ usw. Andere Restaurantgäste versuchen bereits ihren Tisch in unserer Nähe wegzutauschen, wir sind laut. Stören wohl mit den Kindern und wenn jemand hier in diesem Laden „in entspannter Stille“ essen gehen wollte, dann hat sich das mit dem Besuch unserer Großfamilie wohl erledigt.

Während wir uns für drei Gerichte und zwei Beilagen für alle entscheiden, hebe ich schon zum x-ten Mal die Buntstifte auf. „Menno“, sagt selbst die Kleinste, wenn die Stifte über den Restaurantboden rollen und versucht erneut die Tischdecke anzumalen. Der Mann und ich sind in einer Schleife von „Lass das“, „Nein, das nicht“ und „Jetzt gibt es kein Handy“ gefangen.

kann alles vorkommen...

Kann alles vorkommen wenn man mit Kindern essen geht…

Die Kellnerin stellt unsere Teller auf den Tisch und obwohl ich noch versuche während des Zerteilens von Gemüse diesen Moment zu genießen, denke ich eigentlich nur: Warum zur Hölle habe ich eigentlich gedacht es wäre eine tolle Idee mit den Kindern in ein Restaurant zu gehen? Was genau ist da in mir falsch abgebogen? Meine fixe Idee von: Wir gehen mal locker vom Hocker mit allen essen, ist nicht so einfach zu erfüllen.

ERKENNTNIS:

Stimmt, ich erinnere mich. Der letzte Versuch war vor nicht allzu langer Zeit. Nachdem die Kinder im Restaurant noch Fange gespielt hatten, ein Glas Sprite auf dem Boden landete und ich mein Essen nur noch runter geschlungen habe, hatte ich im Auto einfach nur noch „Das machen wir nie wieder…“ gemurmelt. Anscheinend verblassten diese Erinnerungen aber schnell (schneller als die an die Geburten) und plötzlich war das dieser Wunsch doch nochmal essen zu gehen, so mit sitzen in einem Restaurant usw.. Eltern sind anscheinend mutig und unbelehrbar. „Doch, doch..wir machen das!“, antwortete ich dem Mann auf seine Frage ob ich mich erinnern würde und dann schrieb ich der Babysitterin, ob sie nicht Zeit hätte mal auf die Kinder zu schauen, ich würde so gern mal in entspannter Stille essen gehen.

Alu

Was wir von unseren Kindern nicht wissen

You Might Also Like...

5 Comments

  • TAC
    2. März 2020 at 13:30

    Das ist genau der Grund, warum wir Tablets und Handys mitnehmen ins Restaurant. Benutzt werden dürfen die, sobald das Essen bestellt ist bis es kommt und hinterher wenn aufgegessen wurde oder wenn von der Portion so viel fehlt, dass das Kind vermutlich wirklich satt ist.
    Ich muss sagen, inzwischen klappt das ganz gut und wir Erwachsenen können uns auch mal entspannt unterhalten, auch wenn es nicht der pädagogischste Weg ist.
    Ich wünsche euch einen entspannten Restaurantbesuch, egal ob mit oder ohne Kinder 😉
    LG von TAC

  • Charlotte
    2. März 2020 at 13:45

    Wo und wie findet msn einen guten Babysitter/kindersitter?

    Ja essen gehen ist auch bei uns immer laut und anstrengend.

  • Alu und Konsti
    2. März 2020 at 21:23

    Wir haben unsere im Urlaub kennengelernt. lg Alu

  • Pauline
    4. März 2020 at 22:44

    Tatsächlich gehen wir mit unseren vier (!) Kindern, inkl Baby, nur noch in kinderfreundliche Restaurants, die es hier in unserem Pankower Kiez tatsächlich fussläufig gibt. Da sind erstaunlich viele Familien mit kleinen Kindern und wir sind dann nicht die lautesten 🙂 es gibt eine KinderSpeisekarte zum ausmalen und genug Buntstifte für jedes Kind und das Personal ist sehr geduldig und nicht genervt. Außerdem ist es trotzdem schick und lecker, nur leider ziemlich teuer. Aber allzu oft machen wir es nicht, dann geht das.

  • Alu und Konsti
    5. März 2020 at 20:29

    Oh, bitte Tipps zu uns. lg Alu

Leave a Reply