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Wochenberliner: Die Bioladenkundin

Die Biocompany hat geschlossen

Ein Freund ruft mich an „Die Biocompany hat geschlossen“, er
wolle mir die schreckliche Nachricht lieber telefonisch überbringen, nachher
sei ich zu geschockt beim vorbeiflanieren. Äh, ja danke!

Am Nachmittag gehen wir spazieren. Wie so oft, kommen wir am
Bioladen vorbei und wirklich: Alles zu! Ich bin erstaunt. In einem Bezirk, in
dem gerade 2000 Einheiten Wohneigentum dazu gekommen sind und jeden Morgen
fröhlich wirkende Mütter, mit Kinderwagen, an mir vorbeijoggen erscheint es mir
schwer zu glauben, dass der Bioladen zugemacht hat. Eigentlich ist dieser Laden
immer rappelvoll und nur mit sehr viel Zeit zu ertragen!  Anscheinend müssen Verkäuferinnen in Bioläden
nämlich auch wirklich immer diese gewisse Entspanntheit mitbringen, die eine
Feierabendeinkäuferin, wie mich, in den Wahnsinn treiben kann. An manchen
Abenden zieht anscheinend eine Schnecke die Waren über den Kassenscanner und
die Kassenschlange bildet sich bis zum Gemüsestand. Ich bleibe vor dem Laden
stehen. Die Bäckerei werde ich doch vermissen. 

Es gibt selten so gute Brötchen
wie beim Biobäcker. Bagel, Vollkorn usw. Voll und fest, echt leckeres Zeug.! K1
grinst mich an „Nie wieder dieses eklige Soja Eis“ schreit sie voll Inbrunst in
die Gegend. Ich drehe mich gleich mal weg, dieses politisch inkorrekte Kind in
diesem Gentrifizierungsbezirk
gehört nicht zu mir. Beim Wegdrehen fällt
dann auch mein Blick auf ein kleines Schild am Fenster vom Biomarkt:

Wir bauen für sie um und aus! Erleben sie bald ein größeres
Einkaufsvergnügen!




Ich gestehe: Ich bin Fan von Soja Pudding! Hier von Dings, na Alnatura eben.

Ich mache ein Foto vom Schild und schicke es dem Freund mit
den Worten „Wer lesen kann ist klar im Vorteil“. Er bedankt sich und schickt
ein Foto von seiner neuen Mitgliedskarte in einem anderen Bioladen drei Straßen
weiter. Das hätte man doch eigentlich auch gleich auf ein kleines Schild
daneben hängen können. „Sie sind verzweifelt, weil sie jetzt hier nicht mehr
politisch korrekt einkaufen gehen können? Dann nehmen sie doch einfach einen
der anderen 27 anderen Bioläden im Umkreis von 2 km, hier eine Liste.“ 

Ich sage
den Kindern, dass sie bald wieder eklige Soja Eis essen können und schaue mir
den neuen Grundriss an.

Es wird riesig das Ding und sicherlich sind auch „Schnellkassen“
geplant (Räusper!!!) um noch mehr Kunden biologisch angebaute Mango aus Lateinamerika
zu verkaufen (jaja CO2!). Langsam  drehe  ich mich um, hoffentlich sieht mich keiner der
Nachbarn beim Folgenden und flüstere den Kindern unser neues „Spazierziel“ zu.
Als wir den LIDL in einer dunklen Nebengasse betreten, treffen wir einige der
Nachbarn in Tarnhoodies. Doch anstatt wie sonst freundlich zu grüßen, packen
alle verschämt ihre Waren in die mitgebrachten Jute-Einkaufstaschen. Und die
Produkte? Alles natürlich nur beste LIDL Bio Qualität, oder?

Alu

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