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Leben mit Kindern

Rettet den schlichen Weihnachtskeks! Eine Ode an den Mürbeteig

Seine Sicht:
Bald ist der Advent 2015 Geschichte, alle Plätzchen sind gebacken! Womit wir medias res sind: Warum macht niemand mehr klassische weiße Mürbeteigplätzchen, höchstens mit Zitronenzuckerguß? Für mich ist diese aufkommende selbst gebackene Vielfalt eine Verarmung.

Kleine Auswahl an Ausstechformen, ich kannte nur Baum, Sandmann und Her Fuchs und Frau Elster

 

Als ich Kind war, buken wir zu Hause einfache Plätzchen (sozusagen kleine Brötchen).  Ich war zufrieden und wie heute auch irgendwann überfressen. Dann kam der Westen. Meine Eltern und meine Schwester kamen (anscheinend) auf dumme Gedanken und begannen zu probieren. Ja, die Vanillekipferl meiner Schwester waren aus dem Stand phänomenal (und sind es sicher heute noch). Mein Vater hat sich auf Stollen und schwere Teige, wie
Lebkuchen verlegt und kapriziert und auch diese schmecken meisterhaft. In
unserem Umfeld gibt es regelrechte Plätzchenbackevents, so dass irgendwann auch
die Kinder keine Lust mehr zum Ausstechen haben (für die Bäcker geht es dann
natürlich schneller voran).

Großauswahl auf einer Plätzchenzusammenkunft, wenigstens rechts oben weisse Kekse

 

Doch wenn ich auf der Suche nach süßem Gebäck bin, finde ich Dosen voller Schmakazien deren Bezeichnung mir nicht einmal bekannt ist, doch abermals kein heller Mürbeteig NIRGENDS. Gewiss ich rette mich ab und an und kaufe mir hellen Spekulatius, ohne diesen
Lebkuchengeschmack (ist das dann eigentlich noch ein Speku?). Die aktuelle
Auswahl ist erschlagend, wunderbar. Doch wenn ich einfache Kekse suche:
Fehlanzeige! Oder aber der Weißkeks ist zum reinen Träger schrillster Verzierungen
verkommen. Daher mein Aufruf: Rettet den schlichten
Weihnachtskeks! Zaghaft frage ich an: Schickt mir jemand helle Plätzchen (gleich welcher Form, denn auch einfache Motive reichen mir)? Vielleicht einige mit Zitronenguss und bunten Streuseln, so wie früher. Ich werde zu danken wissen.
Konsti
Ihre Sicht:
Der Mann meckert schon wieder. Da steht man stundenlang in der Küche mit den Kindern, knetet und bäckt, schwitzt und brennt Plätzchen für alle Gelegenheiten und nachdem man den Kindern all ihre Lieblingsplätzchen gebacken hat, meckert der Mann: “Wo sind denn die Mürbeteigplätzchen?” Wenn meine Hände nicht schon vom Schneiden, kneten und ausstechen völlig zerschnitten wären, dann würden in meinen Augen Flammen lodern. Ich baue mich auf, werde 1,80, nein 2,50 m groß und stehe als Riesin in der Küche

“DU WILLST MÜRBETEIGPLÄTZCHEN? DUUUUU WILLST WIRKLICH DIESES LANGWEILIGE ZEUG?”

und er nickt mit dem Kopf und murmelt was von Kindheit. Dieses Kindheitsargument kann man wirklich nie entkräften und so suche ich aus dem guten alten DDR Backbuch ein schnödes Mürbeteigplätzchenrezept raus und knete erneut. Wir kneten und kneten und kneten und backen dem Mann Mürbeteigplätzchen mit Zitronenguss. Die sind dann auch wirklich als erstes alle und nicht die Vanillekipferl, die Nougatplätzchen und die Schokowummsis. Soviel zur Kindheit!
Alu

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