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“Meine Lieblingsnote ist die 7” Warum wir über gerechte Noten reden müssen #Werbung

In der nächsten Woche ist es soweit. Ich werde am Mittwoch Abend live beim Studienkreis zu Gast sein und mit Max Kade und Isina Lüschen über das Thema “Gerechte Noten” sprechen.

Um Euch und uns auf das Thema schon mal einzustimmen, habe ich mit Max Kade vom Studienkreis ein Interview geführt und möchte Eure Fragen zum Thema “Gerechte Noten” “Notengerechtigkeit” sammeln. Habt Ihr Euch schon ungerecht benotet gefühlt, oder Euch für Eure Kinder in diesem Zusammenhang eingesetzt? Sind Noten eigentlich noch zeitgemäß?

Hallo Herr Kade, Wie waren Ihre eigenen Schulnoten?
Ich war in Fächern gut, die mich interessiert haben. Deutsch, Geschichte, Mathe und vor allem Sport. Bei Naturwissenschaften hatte ich sehr durchschnittliche Noten. In den Fremdsprachen wie Latein und Französisch hat mir die Konsequenz und der Druck von zu Hause gefehlt, da hatte ich ziemlich schlechte Noten – auch Fünfen oder sogar mal eine 6. Und vor allem in Englisch musste ich später viel nachholen.

Warum haben so viele Kinder Angst auch mal eine schlechte Note zu bekommen?
Für Kinder stellt eine Note häufig nicht die Beurteilung einer erbrachten Leistung dar, sondern eine Bewertung von ihnen als Person. Wenn ich in einer Arbeit eine 5 geschrieben habe, bedeutet das in diesem Verständnis, dass ich nicht klug bin oder andere klüger sind. Die schlechte Note wird als Bloßstellung empfunden, die man gerne vermeiden möchte. Kommen schlechte Noten öfter vor, reagieren Kinder mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien, die häufig nicht zielführend sind und wieder neue Probleme bringen.

Wie können Eltern ihre Kinder in der Schule unterstützen?
Das Wichtigste ist, an den schulischen Themen Interesse zu zeigen. Damit sind nicht nur die fachlichen Dinge gemeint, sondern alle Dinge, die an einem langen Schultag passieren. Dabei hilft, wenn man sich an die eigene Schulzeit erinnert und das auch ehrlich seinem Kind erzählt: die Erfolge und schönsten Erlebnisse genauso wie die frustrierenden Momente, die Angst vor Klassenarbeiten genauso wie die schrägen Lehrer oder die eigenen Spickzettel. Und bei fachlichen Fragen sollte man immer nur so viel Hilfestellung geben, dass das Kind selber mit der Aufgabe zurechtkommt. Am Ende muss das Wissen im Kopf des Kindes entstehen und nicht im eigenen.

Max Kade, Foto: Studienkreis

Max Kade, Foto: Studienkreis

Viele Eltern sprechen von ungerechter Benotung. Was sind denn gerechte Noten?
Vollkommen gerechte Noten wird es nie geben, weil immer eine Maß an Subjektivität einfließt, wie wir aus vielen Studien wissen. Bei Ziffernnoten kommt noch erschwerend hinzu, dass eine komplexe Leistung am Ende mit einer einzigen Ziffer wiedergegeben werden soll. Aber auch Berichtszeugnisse sind häufig nur dem ersten Anschein nach objektiver, das Problem der Gewichtung von Faktoren spielt hier genauso eine Rolle. Der Versuch, Noten durch Maßnahmen wie ausgefeilte Diagnostiken oder Lerntagebücher neben den klassischen Leistungsüberprüfungen zu objektivieren, versucht das Problem zu lösen, kann aber wieder zu neuen Bewertungsproblemen führen.

Finden Sie Noten noch zeitgemäß?
Dies ist keine leicht zu beantwortende Frage, da auch sehr viele gesellschaftliche Aspekte hineinspielen. So wie das Bildungssystem in Deutschland aufgebaut ist, sind Noten ein eingeführtes und gelerntes Maß zur Verteilung von Zukunftschancen. Universitäten oder auch Ausbildungsbetriebe orientieren sich in hohem Maße an Notenzeugnissen. Und das obwohl allen klar ist, dass eine Note keine Objektivität beanspruchen kann. Aber viele Eltern und auch Schüler wünschen sich Noten – Eltern, weil sie eine Rückmeldung für den weiteren Lebensweg ihres Kindes erhoffen, Schüler, weil sie auf gute Noten und das damit verbundene Lob spekulieren. Sie wollen sich vergleichen. Andere Länder wie beispielsweise die Skandinavier zeigen, dass man zumindest bis in die Klassen 7/8 auf Noten verzichten kann und erst mit der Vorbereitung auf einen Abschluss eine einfache Benotung einführt. Für ein Land wie Deutschland, das sehr früh schulisch selektiert, wäre schon das ein großer, wenn auch wünschenswerter Schritt.

Welche Note ist eigentlich ihre Lieblingsnote und warum?
Meine Lieblingsnote ist die 7. Aber nur in Chile. Für Deutschland wäre das ja noch schlechter als ungenügend, aber in Chile ist das die absolute Bestnote. Ich finde das tröstlich, dass man mit einer 6 aus Deutschland in Chile noch einer der besten Schüler wäre .

Gerechte Benotung bei Schulkindern_grossekoepfe.de

Wie denkt Ihr zum Thema Noten?

Welche Fragen sollen wir nächste Woche im Studienkreis Live Talk besprechen?  Würdet Ihr gern wissen wie meine eigene Schullaufbahn so gewesen ist? Kommentiert mit Euren Fragen hier oder auf unserer Facebook Seite. Ich nehme alle Fragen und Anmerkungen zum Thema “Notengebung” mit. Für den Live Talk mit dem Studienkreis und mir könnt ihr Euch hier anmelden.

Logo Studienkreis:

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Ich freu mich auf Euch.

Alu

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Studienkreis entstanden und daher als #Werbung gekennzeichnet.

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2 Comments

  • Anna
    29. März 2019 at 21:01

    Hallo Alu! Das ist eine spannende Frage. Was mich aus meiner eigenen Erfahrung heraus interessiert: Warum (um alles in der Welt?) sollte es Noten im Schulsport geben? Bei Kunst und Musik gibt es, je nach Anlage des Unterrichts immerhin wirklich viele theoretische Lernaspekte (zumindest in den höheren Klassen), aber Sport? Ich habe fürchterlich unter dem Schulsport gelitten, ich konnte wirklich gar nichts gut, fürchtete mich vor Bällen und lautem Geschrei und rennenden Kindern und hatte wirklich gar kein Interesse an sportlichem Wettstreit. Ich habe meine ganze Jugend ein wirklich trauriges Bild von meinem Körper und meiner sportlichkeit gehabt (spoiler: nein, da ging es nicht um Gewicht oder so). Aber dann, mit 19 oder so, stellte sich heraus, dass ich einfach nur motorisch viel langsamer reif war, als meine Mitschülerinnen. Weil ich nämlich heute all diese Sachen kann und teilweise sogar deutlich ausdauernder bin als andere. Gut, die Wettstreitsunlust hat sich erhalten, die lebe ich aber schon immer eher auf ‘professionellem’, theoretischem Gebiet aus.
    Liebe Grüße, Anna

  • Alu und Konsti
    30. März 2019 at 20:29

    Danke für Deine Einschätzung! lg Alu

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