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Schulkind Seine Sicht

Schulreif! Schulreif? – Was soll das überhaupt sein? Über die Einschulungsuntersuchung

Schulreif? Schulreif! Was soll das überhaupt sein? Über die Einschulungsuntersuchung

Demnächst sind in Berlin die schulärztlichen Untersuchungen der schulpflichtigen Kinder. Also all derer, die Anfang September sechs Jahre sind und in die Schule müssen. Unsere Jüngste geht da auch hin. So richtig in die Schule kommt sie dieses Jahr allerdings nicht. Die Waldorfschule hat beschlossen, sie solle erst noch ein Jahr in die Eingangsklasse gehen, die in diesem Fall die Sonnenklasse heißt.
Jetzt weiß man ja zwar (manchmal), dass die Waldis Kinder eh erst am dem vollendeten siebten Lebensjahr für schulreif halten. Und zu Ostzeiten gings auch erst mit sieben los. Das ist allerdings lange her. Jedenfalls: Als alter Südwest-Wessi sträubt sich in mir schon manches, wenn Kinder *nicht* mit sechs den Lehrämtern übergeben werden.
Dabei ist es Quatsch. Fast niemand ist mit fünf in der Lage, ruhig zu sitzen und zu lernen. Und sehr viele auch mit sechs noch nicht. Das gilt übrigens auch für Mädchen, um hier mal ein entschlossenes Halt! der dämlichen Meinung entgegenzurufen, Mädchen seien nicht nur schlauer, sondern auch früher reif. Sind. Sie. Nicht. So gesehen: Keine Panik, ein Jahr später macht gar nichts. Im Gegenteil: Zu früh eingeschult ist viel schlimmer. Endet im besten Fall im – jawohl! – Sitzenbleiben, im schlimmsten Fall in Ritalin. Wer unreif ist, der bleibt es auch.
Das große Gewese um die “Rückstellung” bei der Einschulung gehört auch noch zu einem anderen Komplex der Dummheit: Der Wahn, Kinder müssten nicht nur möglichst früh anfangen mit der Schule, sondern auch möglichst früh fertig sein. Selten hat eine Dumpfkacke Schlimmeres angerichtet als die Wirtschaftslobbyisten-Dummies, die in den 1990ern die Mär von der internationalen Chancenlosigkeit deutscher Abiturienten in die Welt setzten – die bestünde, weil sie ein Jahr älter seien als etwa die Engländer, wenn sie die Schule abschließen. Hirnloser, kleingeistiger, ängstlich sich duckender, auf formalistischen Wissensaneignungswettbewerb starrender geht’s ja gar nicht mehr.
Unlogischer auch nicht: Sollten alle G8 machen, ändert das ja an der Zahl der Konkurrenten rein gar nichts – national wie international. Der einzige Unterschied: Am Start sind dann so richtig unreife 17-Jährige. Die sich von Mama und Papa die Unterschrift holen müssen, um studieren zu können. Wollen wir wirklich 17-Jährige an den Unis? 21-jährige Assistenten? 25-Jährige, die 20 Jahre Älteren was vorklugscheißern?
Nein. Also: Mit sieben in die Schule ist völlig in Ordnung. Freut euch doch. Habt ihr noch ein Jahr weniger Hausaufgabenstress.
Jost Burger

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2 Comments

  • muell
    26. April 2013 at 20:23

    fahren mit 15, wählen mit 17, leistungen in der gesellschaft erbringen ab sofort.

  • muell
    26. April 2013 at 20:23

    fahren mit 15, wählen mit 17, leistungen in der gesellschaft erbringen ab sofort.

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