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Wir schauen uns in der Schullandschaft um – Unser Besuch der Berliner Waldorfschulen

Wir schauen uns in der Berliner Schullandschaft um – Heute mal an den Waldorfschulen

Seine Sicht:
Vor kurzem war Tag der offenen Tür bei den Freien Schulen. Wir hatten uns vorgenommen. zusammen mit K2. einmal die Waldorfschulen im Umfeld zu besuchen. Somit zogen wir drei an diesem sonnigen Samstag los und besuchten innerhalb von vier Stunden zwei Schulen. Unser erstes Ziel war die Schule in Berlin-Mitte.

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Ein Schaf.

Eine Bildungseinrichtung, auf die bereits Freunde von mir gegangen sind. Ein spannender Gebäudekomplex, aus alten und neuen Gebäudeteilen inkl. Container Erweiterungsbau, aus den 1990 ern und schönen Höfen erwartete uns. Der Sohnemann war besonders von dem Kletterbaum begeistert. Überall offene Türen präsentierten eine Schule mit Charme.

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Sicherlich war nicht jeder Stuhl,oder Tisch wie neu. Doch die Ausstattung und die vielseitigen Angebote waren sehr beeindruckend. Hinzu kamen solche Feinheiten wie ein Aquarium im Flur, vor dem wir auch gleich andere Kinder mit ihren Eltern trafen. Der Eindruck der Schule war auf mich, hier wurden Waldorfschule Ideen angewandt ohne zu dogmatisch zu wirken.

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Als Nächstes waren wir an der Schule in Weißensee. Eine relativ junge Gründung. Einem Schultypen Bau aus DDR-Zeiten, der komplett umgebaut wurde und nun mit freundlicher Fassade und neuen Fenstern die Ankommenden begrüßt. Auf dem Hof ist ein Hort Komplex neu entstanden, der den anthroposophischen Raumideen entspringt.

Zwischen den Schulgebäuden und der Sporthalle gab es einen großen Markt mit nachhaltigen Produkten vom Bio Gemüse bis zur gemalten Postkarte.

Hier war die Besucherklientel deutlich mehr so, wie man sich Familien mit Bezug zu Waldorf vorstellen kann, mehr Leinen und Jute als in Berlin-Mitte. Mein Gefühl war es, dass hier die Bildungsidee des Gründers Rudolf Steiner und er selbst besonders hochgehalten wird.

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Ihre Sicht,
Es geht wieder los. Die Saison der Schulbesichtigungen beginnt, und da bei uns irgendwann ein Umzug ansteht, schauen wir uns lieber jetzt schon mal Schulen und verschiedene Schultypen an. An einem Samstag, vor kurzem, haben wir uns zwei Waldorfschulen angesehen. Ich hatte bis dato noch nie eine Waldorfschule von innen kennengelernt und hatte ein gefestigtes Bild in meinem Kopf, was ich am Ende des Tages widerlegen konnte. Gestartet sind wir in der Waldorfschule Mitte, direkt am Hackeschen Markt, und waren von der Ruhe, die das Gebäude trotz der Einbauten verströmt, begeistert.

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Die Schule wirkt offen, bunt und wie ein kleiner Garten. Alte Bäume, Tiere und angenehm zurückhaltende Klassenzimmer präsentierten sich uns, als wir durch die Schule schlenderten. Das die Schule einen Anziehungspunkt darstellt, merken wir absolut an diesem Samstagvormittag. Massen an Eltern strömten durch die Gegend, schauten sich das Programmierprojekt Schule, das Weben, die Küche und mehr an. Der Geschäftsführer hatte ordentlich zu tun all die Massen durch die Schule zu bewegen und stand (auch im Nachhinein) für Fragen zur Verfügung.

Fast alle Eltern waren mit ihren Kindern gekommen und auch wir hatten Kinder dabei.

Sie konnten sich relativ schnell und gut orientieren, trennten sich von uns, um später erneut zu uns zu stoßen und schauten sich selbstständig um.

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Danach fuhren wir nach Prenzlauer Berg in die Waldorfschule. Diese wurde erst in den 2000 ern gegründet und wirkt bereits von Außen ganz anders. Der Hof ist mit Ständen übersät die ihre selbstgemachten Produkte verkaufen. Apfelsaft, Obst und Gemüse. Die Schülerinnen der Schule verkaufen Grafiken und stehen am Grill. Bereitwillig erzählen sie von ihrem Alltag an der Waldorfschule, die dezidiert die Steinersche Lehre sehr in den Vordergrund stellt. Alles dort wirkt etwas mehr öko. Die neuen Holzbauten sind komplett rund und fast Spielzeug frei. An jeder Ecke wird gebastelt und musiziert. Bei diesem Tag der offenen Tür wirkt alles weniger wuselig, es scheinen auch viele Familien der Schule einfach gekommen zu sein, um gemeinsam den Herbst zu beginnen und im Gespräch mit der Geschäftsführerin  erfahre ich, dass durch die vielen Zuzüge in Weißensee die Schule noch mehr an Beliebtheit gewonnen hat. Unsere Kinder rennen und hüpfen auch hier, während ich einige Gespräche führe.

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Im Nachgang der beiden Besichtigungen bin ich vollgestopft mit neuen Informationen, und überlege mir, dass ich eine Reihe daraus machen möchte. Mich fasziniert an dem Thema, wie unterschiedlich Schulen innerhalb einer Stadt schon sein können, obwohl sie dem gleichen Verband angehören und die gleiche Pädagogik verfolgen. Berlin Mitte und Berlin Prenzlauer Berg sind wahnsinnig verschieden. An beiden Schulen konnte ich das berühmte “Waldorfpüppchen” finden, aber sie sind auch wirklich sehr verschieden und sicherlich in ihrer Elternschaft auch total divers.

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Zu Besuch an einer Waldorfschule

Ich habe mein Anliegen an den “Bund der freien Waldorfschulen” herangetragen daraus eine Reihe zu machen. Gerade in Bezug auf mein Studium interessiert mich die Idee von Bildung und Umsetzung  an anderen Schulen gerade sehr. Daher werde ich in den nächsten Monaten immer mal wieder zu dem Thema berichten. Bleibt gespannt.

Weitere Informationen zu den Freien Waldorfschulen findet ihr beim Verband. Dieses Jahr feiern die Waldorfschulen ihren 100. Geburtstag und haben viele interessante Materialien verlinkt.

Konsti und Alu

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8 Comments

  • Richard & Hugo
    20. Februar 2019 at 10:09

    Hi Konsti & Alu, ein spannender Einblick, danke. Aus eigener, vierjähriger Erfahrung als Schüler einer Waldorfschule kommt mir hier vieles bekannt vor. Ich selbst kann mir für unseren Sohn nicht vorstellen, ihn auf eine Waldorfschule zu schicken (vorausgesetzt es ist wie zu meiner Schulzeit). Da es in den einzelnen Stufen immer nur eine Klasse gab, bewegte sich der Schnitt so um die 45 Kinder pro Klasse. Bis zur 7. Klasse gab es keine Klassenarbeiten, lediglich Zeugnisse in denen die Lehrer ein paar Sätze zur Entwicklung geschrieben haben. Alle nicht so extrovertierten Kindern gingen schlicht & ergreifend unter.
    Ich denke, man muss das Konzept selbst leben um sein Kind hier gut aufgehoben zu wissen. Denn wie in eurem Beitrag beschrieben, gibt es hier durchaus viele super Ideen & tolle Ansätze.

  • RonjaMama
    20. Februar 2019 at 10:48

    Hallo ihr Beiden,

    euren Worten bezüglich unterschiedlicher Strukturen bei gleichem (Lehr)Inhalt kann ich mich sehr anschließen.
    Wir wohnen im Ruhrgebiet und hatten auch die Qual der Wahl einer Grundschulsuche.Sollte es staatlich,kirchlich oder doch frei sein?
    Letztlich sind auch wir an einer Waldorfschule gelandet und trotz diverser Vorurteile sehr glücklich darüber.
    Unser Kind hat Freunde gefunden,wir als Eltern haben die Scheu vor den “Ökos” verloren und es passt einfach( auch nach 3Jahren noch)

    Insgesamt kamen drei Schulen im Umkreis in Frage und es war für mich fast erschreckend wie unterschiedlich doch alles war.Da gab es die ,böse gesagt, ökologisch abbaubare Herberge von tanzfreudigen Hippies,den elitären Elitebunker und die heimelige Kuschelschule mit klaren Formen.
    Nur die wirlich tollen Tafelbilder waren ähnlich 😉

    Bin sehr gespannt auf eure Reihe,vielleicht mögt ihr ja auch was zu den Themen Aufnahmegespräch,Schulgebühr,etc schreiben…denn das sind Themen bei denen doch (auch bei uns )die meisten Unsicherheiten herrschten.

    Liebe Grüße

  • Anna
    20. Februar 2019 at 20:00

    Hallo Alu, hallo Konsti,
    wir haben letztes Jahr die Waldorfschulrundumschau in Berlin absolviert und ich kann mich nur anschließen: Wahnsinn, wie unterschiedlich die einzelnen Schulen sein können, obwohl sie ja alle ähnlichen Konzepten folgen. Das war auf jeden Fall eine spannende Zeit. Mein Partner hat hier den Waldorfhintergrund; ich eher gar nicht. Entsprechend skeptisch bin ich auch zuweilen. Allerdings ist das betreffende Kind nun seit letztem Sommer in einer Waldorfschule eingeschult und ich bin sehr überzeugt, dass es ihr dort offenbar richtig, richtig gut geht. Vielleicht ist das auch ein bisschen Persönlichkeitssache? Nun ist die Schule zwar wirklich weit von unserem Wohnort entfernt, aber im Endeffekt war es eine gute Entscheidung. Solltet ihr noch Kontakt oder Erfahrungen suchen in dieser Sache (wobei ich glaube, dass ihr das ja auch schon habt), können wir uns gern auch mal austauschen. Es gibt ja Schnittmengen. 😉
    Seid ansonsten lieb gegrüßt
    Anna

  • Alu und Konsti
    20. Februar 2019 at 20:05

    Danke! Das ist wirklich lieb. Alu

  • Alu und Konsti
    20. Februar 2019 at 20:06

    Ja, danke. Das nehmen wir gern auf! lg Alu

  • Alu und Konsti
    20. Februar 2019 at 20:07

    Ja danke, wir werden sehen wie das Urteil für uns ausfällt. lg Alu

  • juliakadar
    22. Februar 2019 at 12:47

    Liebe Alu, ich fände es auch sehr spannend, wenn Ihr Montessori-Schulen mit aufnehmen würdet in die Reihe…damit habe ich mich beschäftigt,, weil die Kinder an einer Montessori-Kita waren/sind.

    Liebe Grüße,
    Julia

  • Flo
    28. Februar 2019 at 15:35

    Wenn Ihr Euch nach alternativen Schulformen für Eure Kinder umschaut, kann ich nur empfehlen, sich einmal mit dem Konzept der Montessori-Pädagogik auseinanderzusetzen.

    Montessori wird zwar oft mit Waldorf in einen Topf geworfen, aber dies ist aus meiner Sicht völlig unberechtigt, da es erhebliche Unterschiede gibt.

    Zwar baut auch die Montessori-Pädagogik auf ein freieres und selbständigeres, allerdings verzichtet sie auf die ganzen Wunderlichkeiten der Steinerschen Waldorf-Pädagogik mit goetheanischer Farbenlehre, Eurythmie-Pflichtstunden und anthroposophischer Ernährung.

    Meiner Ansicht nach ist Montessori eine gute Alternative, wenn man einerseits eine freiere und ungezwungene Lernatmosphäre wünscht, andererseits den obskuren Heilslehren Rudolf Steiners kritisch gegenübersteht.

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