Heute durfte ich Studierende durch ein Stück deutsche Geschichte begleiten. Wir waren in Nord-Charlottenburg. Dort haben wir uns das evangelische Gemeindezentrum mit dem Plötzenseer Totentanz von Alfred Hrdlicka angesehen. Danach in der Karmelkirche Maria Regina Martyrum, die vor 50 Jahren eingeweiht wurde. Hier ist Georg Meistermanns wunderbar riesiges Altarraumwandbild prominent.
Beide Orte nehmen das Erinnern auf, welches die 3000 Toten von Plötzensee  fordern.
Das erste Mal war ich mit fünfzehn dort. Zuvor war ich zwar frommer Katholik, doch die Erinnerungskirche der Deutschen Katholiken, für die ab 1958 bundesweit gesammelt und in der seit 1983 unbeschuhte Karmelitinnen (OCD) mit ihrem Mutterhaus in Dachau, in Gebet und Angebot die Geschichte wachhalten.
Dabei wollen wir oft nicht hören, dass wir das Rad nicht erstmalig erfunden haben, wollen nicht nach hinten schauen. Damit unterstellen wir den Generationen vor uns aber, dass Sie nicht nachdachten – wie Kirchen kunstvoll gestaltet wurden oder wie man am besten Apfelkuchen bäckt. Wobei mit Backrezepten klappt es meist noch ganz gut, aber mit dem Blick in alte Bücher oder Überlieferungen?
Historische Fächer werden oft verlacht, Archive verschimmeln oder leiden an Unterfinanzierung und werden kaum erschlossen. Dabei fragen wir uns alle wo wir herkommen. Erinnern aber, an die unangenehmen Sachen, das ist mühsam. Das Geschehen wachhalten, das kostet Entscheidungen und Kraft.
Doch das was wir Werte nennen, die Hoffnung nicht die selben Fehler immer und immer wieder zu reproduzieren verlangt von uns: Erinnere Dich! – und erzähle davon! Aber auch seit wachsam und höre zu!
Wider des Vergessens!
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Konsti