Bald geht die Schule los, was muss man beachten?

Bald geht die Schule wieder los und nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern werden eingeschult. Sophie von Berlinfreckles und Alu haben sich mal darüber unterhalten wie das so war damals (genauer gesagt vor zwei Jahren) und welche Tipps unverzichtbar sind. 

Sophie:
Ein „Hallo“ an diesem vielleicht heißesten aller Dienstage! Ich komme gerade mit der Jüngsten aus dem Kindergarten. Wir hatten den ersten Tag der Eingewöhnung.
Alu: Hallo, oh das klingt spannend. Wie
schlägt sich die Kleine?
Sophie: Heute war noch alles sehr entspannt. Begrüßung, Raum erkunden, erste Kontakte aufnehmen… Und ich war ja immer als, ähm, Fels in der Brandung da. Eigentlich habe ich nur auf einem großen
Bodenkissen am Fenster gesessen, aber du weißt, was ich meine.
Alu: Es ist doch komisch wie schnell das geht, eben hat man sein Kind noch eingewöhnt und Tränchen verdrückt und schon gehen sie in die Schule, oder? PS: du bist sicherlich ein guter Fels in der Brandung.
Sophie: Wem sagst du das? Seit wir aus dem Urlaub zurück sind, höre ich jeden Tag
von der Mittleren, dass sie jetzt ein Vorschulkind ist. Nächstes Jahr ist es dann soweit. Und ganz ehrlich, ein bisschen wünsche ich mir in der Schule eine Eingewöhnung wie im Kindergarten. Und zwar nicht so sehr für mein Kind, sondern eigentlich mehr für mich.
Alu: Ja, eine Eingewöhnung mit Kursanleiter wäre sinnvoll gewesen. Kein so plötzlicher Start. Es erzählt Einem auch wirklich keiner so richtig was auf einen zukommt. Wahnsinn das die Mittlere nun auch schon ein Vorschulkind ist, auch bei K2 wird es nächstes Jahr vielleicht so weit sein (ist ein Kann Kind). Kannst Du Dich noch erinnern welche Gedanken Du Dir alle vor der Einschulung damals gemacht hast?
 
Sophie: Oh ja, das Wort „schulreif“ bekam plötzlich einen großen Platz in meinem Wortschatz. Zu Hause, aber auch vor allem mit anderen Vorschul-Eltern sprachen wir oft über die Schulreife. Es ist schon erstaunlich, wie weit die Definitionen da auseinander gehen. Plötzlich wurden sogar im Kindergarten mehr Arbeitsblätter mit Schreibübungen gefordert. Ich dagegen machte mir Gedanken, ob der Große es schaffen wird, einen Teller mit Eintopf quer durch den Speisesaal zu befördern, so dass am Ende auch noch etwas auf dem Teller bleibt. Und um ehrlich zu sein habe ich mir schon Taktiken überlegt, wie man sich beim Elternabend am besten davor drückt, zum Elternsprecher gewählt zu werden. Hihi…Wie habt ihr euch eigentlich auf die Schulzeit vorbereitet?
Werden sie sich allein in der Schule zurecht finden?
 
Alu: Diese Gedanken kenne ich. Wird Sie es schaffen sich komplett allein zurecht zu finden? Und was
muss ich ihr als Grundskills noch vermitteln? Kann Sie sich allein anziehen, Messer und Gabel benutzen? Das gehörte für mich zu den Grundfragen vorher. Ansonsten haben wir im letzten Jahr vor der Schule einen Schreibtisch angeschafft, geübt einen Federtascheninhalt länger als 30 Min. im Auge zu
behalten und selbst alle Rucksäcke getragen. Ich glaube ja, dass die „Vorschule“ eben doch eher für die Eltern gedacht ist, damit sie sich verabschieden können. Selbst jetzt nach mehr als zwei Jahren ist unser
Fedentascheninhalt übrigens immer noch täglich in Gefahr und auch das Beschriften von Stiften, Heften, Jacken, Turnbeuteln usw. haben uns nicht davor bewahrt im ersten Schuljahr (gefühlt) eine komplette Ausrüstung zu „verlieren“.
 
Sophie: Ich weiß genau, was du meinst. Wir haben im letzten Schuljahr sechs Radiergummis nachlegen müssen. Außerdem blieben eine Trinkflasche, eine Sporthose und ein Basecap auf mysteriöse Weise verschwunden. Und das ist die Bilanz der zweiten Klasse! Über die materiellen Verluste in Klasse eins will ich gar nicht reden. Auch ich habe die erste Klasse als Mutter erlebt, als wäre ich Zuschauerin bei der
Formel eins. Um mich rum jede Menge Jubel und Trubel und alles rast vorbei. Wann hattest du das Gefühl, richtig angekommen zu sein?

Radiergummischwund seit Schulbeginn

Alu: Ihr habt auch so viele Radiergummis verloren? Wie kann das sein? Wir haben inzwischen selbst welche hergestellt und erwägen ein Abo bei einem Radiergummihersteller. Vielleicht essen die Kinder
heimlich das Zeug? Mir ist das erste Halbjahr in der Schule sehr schwer gefallen. Ich hatte das Gefühl viel zu wenig mitzubekommen. Es gab keine richtigen Ansprechpartner, Niemanden der Zeit hat meine Fragen zu beantworten. Das Gefühl hat auch K1. Sie hatte am Anfang Angst vor großen Mädchen und wollte eine Zeitlang nicht wirklich hin gehen. Das hat sich alles erst im zweiten Halbjahr gelegt. Ich fühlte mich also weniger wie bei Formel eins, sondern mehr wie in einem Zirkus.

Alus Outfit zur Einschulung.

 

Sophie: Dass die Radiergummis vermutlich einfach gegessen wurden, ist die einzig vernünftige
Erklärung. Es würde auch erklären, warum am Ende des Tages die Brotdose immer noch so voll war. Zirkus trifft es ziemlich gut. Jetzt kommen unsere Kinder in die dritte Klasse und angeblich wird ja mit dem dritten (Schuljahr!) alles einfacher. Was für Tipps hättest du gern gehabt, als  „Erstie Mama“?
 
Alu: Viele! Zum Beispiel: Mit dem Kind immer zusammen die Mappe packen, dann weiß das
Kind selbst was es darin hat
 
Sophie: In die Mappe nicht nur den Namen des Kindes kleben, sondern auch eine Handnummer der Eltern. Einmal hatte ich einen Vater am Telefon, dessen Kind mit unserer Schulmappe zu
Hause angekommen war. Dabei hab wir noch nicht mal ein Exemplar der beliebtesten Marke. Sohnemann war noch im Hort und hatte gar nicht beriecht, dass jemand mit seiner Schulmappe nach Hause gegangen war.
 
Alu: Für den Sportbeutel keine teuren Sachen und lieber in doppelter Ausführung. Man muss das Zeug echt oft waschen. Überhaupt, man sollte sich gut überlegen, ob man wertvolle Dinge mitgeben will.
 
Sophie: Das betrifft auch die Kleidung. Der Schulhof ist zum Spielen und Toben da und man sollte dem Kind nur solche Sachen anziehen, mit denen man sie auch auf den Spielplatz lassen würde.

Der Inhalt der Brotdosen ist entscheidend

 
Alu: Und dann das Essen: Wie viele Diskussionen wir auf den Elternabenden zum Thema gesunde
Brotdosen geführt haben…Mir bluteten fast die Ohren. Wichtig ist: Es muss gut essbar sein. Die Pausen sind kurz. Ganze Äpfel, Birnen o.ä sind einfach unpraktisch für den Zeitrahmen.
Sophie: Der Inhalt von Brotdosen – oder vielmehr die Diskussion darum – hat wohl nicht nur bei uns
ganze Elternabende ausgefüllt. Ich erinnere mich an eine Mutter, die uns vorschreiben wollte, was wir alles NICHT hinein tun sollen, damit ihr Kind nicht durch irgendein „Tauschgeschäft“ an so ein Nahrungsmittel kommt.
Alu: Ja, genau diese Tauschgeschäfte sind aber für die Kinder wichtig. Daher empfehle ich kleine
Portionen. Zudem gibt es wirklich viele Kinder die ohne Brotdosen in die Schule kommen. Sehr oft hat mir K1 davon erzählt, wie dann selbst Brotdosen in der Pause für die Kinder zusammengestellt werden.
Sophie: Brotdose öffnen, essen und satt werden. So wäre es im Idealfall. Aber ich erinnere mich auch an Spendenaktionen in der Pause, die für einen Jungen gemacht wurden, der immer nur irgendwelche trockenen Stangen dabei hatte, die mich an Knabberstangen für Singvögel erinnerten. Seine Mutter fand die super. Vor allem wegen der guten Nährwerte.
Alu: Ja und der Junge tauschte heimlich gegen Salamibrote : ). Wichtig finde ich auch, dass die Telefonnummern immer aktuell sind. Also die der ganzen Familie. Ich weiß noch als K1 mal krank wurde in der Schule, da konnten sie mich nicht erreichen und die Nummer vom Opa war veraltet. Das war echt doof.

Braucht das Kind einen Schreibtisch?

Sophie: Wir hatten übrigens einen Schreibtisch für den Großen, den wir aber irgendwann wieder abgeschafft haben. Er findet unseren Esstisch besser. Was wir dagegen hätten anschaffen sollen, wäre ein
eigenes Posteingangsfach für all die Eltern-Zettel, die Sohnemann aus der Schule mit nach Hause brachte.
Allen Eltern, die die digitale Kommunikation lieben, möchte ich raten, sich bei Zeiten wieder ans gute alte Papier zu gewöhnen. Es wird in der Schulzeit jede Menge davon geben.
Alu: Ich habe uns eine eigene Postmappe dafür eingerichtet, allerdings auch erst nach dem ersten Halbjahr. Und ein eigenes Konto für Sozialabgaben: Eintritte hier, Kuchengeld da. Ich glaub auch echt, dass Schule auch finanziell einen anderen Punkt darstellt
Sophie: Das heißt, es wäre ein guter Tipp, sich als Eltern vorher genau abzusprechen, wer die
Kommunikationsabteilung leitet und wer die Buchhaltung übernimmt, oder?
Alu: Ja. Gut wäre auch sich wirklich vorher zu überlegen wie viel Zeit man zusätzlich entbehren kann. Ich
hab das Gefühl, dass von den Eltern viel mehr Engagement als früher gefragt ist.

Mein wichtigster Tipp jedoch an alle Eltern ist: KEINE PANIK!

 
Sophie: Das ist der beste Tipp von allen!
Berlinfreckles wurde auch mal eingeschult : )

 

Hier haben wir einige Links für
Euch zusammengestellt:
Hübsche Brotdosen gibt es bei: Jako-o,
oder die berühmten Bento-Boxen.
Tipps für die Füllungen gibt es im Blog Lunchboxdiary.
Etiketten zum Bekleben, Beschriften und
verzetteln gibt es zum Beispiel bei: gutmarkiert, oder Stickerkid.Turnbeutel mit Namen und Nummern kann man bedrucken lassen bei Clettis.
Viel Erfolg!
Eure Sophie und Eure Alu

 

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