Was wird das Kind wohl denken?

Neulich fragte mich jemand, wie meine Kinder das wohl später
mal finden würden, dass wir so über sie schreiben.

K1 schreibt und illustriert bereits selbst Geschichten.

Diese Frage hat mich lange beschäftigt, denn ja ich mache
einen Teil unserer Familie öffentlich. Ich erzähle den Leserinnen von Sorgen
und Begebenheiten mit meinen Kindern. Ich beschreibe Szenen und lustige Momente
in Artikeln und lasse euch in meinen Alltag schauen. Ich sammle damit jedoch auch für später. 

Ich sammle für mich, für ihren Weggang

Ich sammle für meine Kinder und ihren Weggang der irgendwann folgen wird. Ich
hebe die Geschichten auf, nicht nur innen drin, oder in einem Tagebuch in der Ecke. Ich sammle
sie auch online und stelle sie zur Diskussion.  Es ist diese, die mich bewegt und weiterbringt in meiner Entwicklung.

Geschichten erzählen, das konnte ich schon immer. Bereits
früh habe ich die ersten Momenten aufgeschrieben und für diverse Printsachen gearbeitet.
Es hat mir immer Freude gemacht Anekdoten aus meinem Leben zu teilen und sie
auch für mich damit greifbarer zu halten. 

Es folgten die Geschichten über die Familie

Mit den Jahren hat sich der Fokus allerdings verschoben. Aus den Anekdoten über die
Musikszene Berlins (und meine Jugend) wurden Geschichten über meine Familie und
meinen neuen Lebensabschnitt als Teil einer Partnerschaft und Mutter von
Kindern.

Der Weg war schleichend und nicht plötzlich. Es scheint mir fast
so, als hätte ich mit den Kindern eine neue Stimme gefunden mit der ich
diskutieren und mich ausdrücken kann. Der Gang ins Öffentliche für den inneren
Dialog, wer weiß?
K2 bringt mich immer wieder zum grübeln und lachen.

Eines Tages, das weiß ich, werde ich all diese Geschichten bündeln
und werde sie den Kindern mitgeben. In Ringbuchordnern dürfen sie die dokumentierte Zeit ihrer Kindheit beim Auszug mitnehmen. Sie können dann selbst
nochmal in all diesen Momenten nachlesen und mich zur Rechenschaft ziehen wenn
ihnen meine Geschichten zu nah gehen, oder sie sich falsch dargestellt fühlen.
Sie können entscheiden inwieweit sie das digitale Gedächtnis ihrer Eltern
verwalten, oder nutzen wollen. 

Wertschätzung und Dankbarkeit für das Erleben

Bis dahin jedoch werden noch viele Momente aus meinem Kopf
auf das Papier und in das Internet fließen. Manche werden lustig und andere traurig sein. Eines jedoch wird all meine Geschichten immer vereinen, Wertschätzung und Dankbarkeit für das Erleben vom Hier und Jetzt. Egal wann und wohin sich das mit diesem Elternblog noch entwickeln wird.