„Eines Tages, da wachst du auf und sie sind groß.“

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Es ist so kuschlig.

„Eines
Tages, da wachst du auf und sie sind groß“, das sagte meine Tante mal. Sie zeigte
auf ihre beiden erwachsenen Söhne, die längst beide den Kinderschuhen entwachsen
sind. Sie haben längst Frauen und Kinder und ich hielt damals das kleine, große
Kind in den Armen und verstand nicht.

Mit dem Armen wedeln und die Beine ausstrecken.

In
einigen Nächten nun, wenn das Baby wach ist und sich unterhalten will, dann
denke ich daran zurück und dann bin ich müde und finde meine Brille nicht
und denke „Man wäre das schön jetzt, wenn die jetzt schon groß wären und
ich mich endlich mal wieder ausstrecken könnte in meinem eigenen Bett. Ich würde mit den Armen wedeln und einen Bettlaken-Engel zaubern, weil da niemand Anderes wäre
und ich würde mich wie ein Propeller im Kreis drehen, denn
dann hätte ich endlich mal wieder den Platz für mich und meine Arme und Beine.“

Der Bettlaken-Engel bleibt ein Traum.

So denke ich in diesen Nächten, dann wenn ich mir die Augen reibe und ein Bein
vom Sohn meine Decke  so einklemmt, dass
jedes ziehen weitere Kinder wecken würde und das Baby wach liegt und mir
scheinbar Lieder ins Ohr säuselt und mich anstarrt. Ich versuche heimlich meine
Arme und Beine zu bewegen, doch mehr als eine neue gekrümmte Bananenposition
will sich nicht einstellen zwischen dem Baby, dem Sohn und dem schnarchenden
Ehemann dessen Arme bereits aus dem Bett hängen.
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Ich.

Ich als Schrumpelmama.

„Eines
Tages, da wachst du auf und sie sind groß“, murmele ich und ich versuche mir
vorzustellen, dass ich mich dann heimlich in ihre Betten schleiche,  als Schrumpelmama deren „Hände Hallo und deren
Unterarme Auf Wiedersehen“ sagen. Meine faltigen Beine suchen dann ihre Wärme und sie legen ihre Arme um mich und
lassen mich dann auch mal in ihrer Mitte
schlafen, so warm und so nah.
Ich
frage das Baby in so mancher Nacht nach diesen Dingen. Ich schaue es an und
stelle mir vor wie es mich auffängt und begleitet wenn ich alt bin und meine
Hände über die Wange des einstigen Babys streicheln werden.

Ich möchte sie wachsen sehen.

Das Baby lächelt
mich an und zieht an meiner Nase als ob es sich noch einen weiteren Ankerpunkt
suchen will, bevor es wieder in einen kurzen Zwischenschlaf fällt vor dem Wachsen und bevor ich
in die nächsten zwei Stunden Schlaf
sinke, da wünsche ich mir dann ganz kurz, dass sie doch noch nicht groß sind am
nächsten Morgen und dass ich sie wachsen sehen darf. Ich denke „Eines Tages, da
wachst du auf und sie sind groß“ und ich werde dann wieder ausgeschlafen sein
und mit völlig zerquetschter Nase ihre Nähe suchen.
Alu