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Du und Ich

Präludium – was hören wir?

Was hören wir denn heute Abend frage ich dich? Nina Simone, nee hatten wir schon gestern, denke ich. London Grammar, dein Gesicht spricht Bände und nicht schon wieder Neil Young nehme ich mir vor. Am Ende landen wir bei Klassik, was unser Streaming-Dienst so alles hat. Pachelbels Canon in d-Moll. Die Berliner Philharmoniker bringen uns diesen Hit dar, dann folgt im Auto Play irgendeine asiatische Combo  – technisch perfekt. Im Anschluss dudelt so ein Einschlafremix. Du regst dich, bleibst aber ruhig. Ich gucke dich an und du bist ruhig. Deine blauen Augen finden meine.

Hauptteil- Ich trete aus dem Schlafzimmer heraus.

Bereitwillig nimmst du den Nuckel. Ich bin guter Dinge bald trete ich aus dem Schlafzimmer, wenn es richtig gut läuft alleine. Dann würde ich mich zu meiner Frau setzen, wir sollten uns auch mal wieder sehen. Auch wenn dann der Fernseher dudelt und wir meist irgendetwas am PC machen. Hortgutschein-Mail, Geld für die Klassenfahrt, Elternabendprotokolle lesen – wo wir es beide nicht hingeschafft haben, denn Termine erst 5 Tage vorher über den Mailverteiler schicken macht uns Eltern derzeit Probleme. Du, Baby, spuckst den Nuckel aus. Jetzt wird es unruhig. Ich hätte dich vorhin nicht hinlegen sollen, es war mal wieder zu voreilig. Schnell wieder hoch nehmen. Anscheinend schläfst du außer an der Mutterbrust am liebsten in vertikaler Position, quasi stehend nur eben gehalten durch mich – das ist mein Problem. Irgendwann wird es schwer. Doch nun kreisen wir wieder um das Ehebett, ich singe Kirchenlieder – als ich das Gotteslob zur Hilfe hole, haben die dünnen Seiten dein Interesse geweckt. Nächste Station mein Nachtisch (eigentlich ein kleines Regal an dem ich mich regelmäßig stoße) – dort findest du immer etwas. Nasentropfen, Lampe, Schlüssel, Gummiband aktiv wird gespielt. Irgendwann darf es auch wieder der Nuckel sein. Ich trage dich nun wieder, in homöopathischen Dosen flacht die Neigung ins Waagerechte ab. Deine Augen klimpern. Ich lege dich ab, du krallst dich an meinen Hemdknöpfen fest. 90 Minuten voller Liebe (und ohne Freizeit für mich). Es ist 22:30 Uhr ich gehe zu Alu – wir gucken keinen Film mehr.

 

Postskript- Wir gehen ins Bett.

Gut 45 Minuten später geht es ins Bett. Diese Abende sind egal ob für Mutter oder Vater anstrengend, zumal wenn zwischendurch noch zwei große Kinder herumspringen. Dann liege ich im Bett höre dich und kurz darauf deine Mutter mit lieblichen Atemgeräuschen. Dann fällt mir auf, dass ich das alles schon wieder vergessen hatte, dass die Erfahrungen von dem in den Schlaf getragenen 10- und 6-jährigen Kindern verblasst waren. Zum Glück, denke ich, erlebe ich es noch einmal und schlafe ein…

Konsti

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