Willkommen zu Teil 2 der Interviewreihe: Ich kenne keine dieser Frauen persönlich, aber ich freue mich sehr, dass sie an meiner Reihe teilnehmen wollen. Die Bundestagswahlen stehen an und es wird endlich Zeit, dass mehr Frauen und vor allem auch Mütter das Wort ergreifen und erzählen wie es ihnen mit der derzeitigen politischen Situation wirklich geht.

Kaffee
Weiter geht es heute mit Ulrike.
Wer bist du?
Ich bin weiblich, 37 Jahre alt, und arbeite in einem Reisebüro im Rheinland.
Wohnst du in einer Stadt oder auf dem Land?
Wir wohnen in einer Großstadt, mittendrin
Wie viele Kinder hast Du?
Ein Kind (4 Jahre alt)
Bist du gebunden, oder ungebunden?
Verheiratet, seit 8 Jahren.
Wie ist Dein Arbeitsalltag und reicht das Einkommen für Eure Familie?
Ich arbeite Vollzeit 38,5 Stunden die Woche von Montag bis Freitag 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr und alle zwei Wochen Samstags 10 Uhr bis 15 Uhr.
Vollzeit erstens, weil ich meine Arbeit liebe und wirklich gerne arbeite, und zweitens weil Teilzeit finanziell für uns als Familie nicht reichen würde.
Mit meinem Vollzeiteinkommen und dem Einkommen meines Mannes reicht unser Einkommen für unsere kleine Familie. Aber große Sprünge sind nicht drin.
Was fehlt Dir in der Familienpolitik?
Der Wille, wirklich was ändern zu wollen.
Die Lebensmodelle der Familien sind so unterschiedlich, da kommt die Politik nicht hinterher. Sie sollte flexibler werden. Familien, die ihre Kinder lange zu Hause betreuen wollen, sollen das tun können, ohne in finanzielle Nöte zu geraten. Gleichzeitig sollen Familien, die ihre Kinder früh (also um den 1. Geburtstag herum) in die Kita bringen, nicht die Hälfte ihres Einkommens für Kitagebühren ausgeben müssen. Die Öffnungszeiten der Kitas sollen flexibler werden. Wir haben mit unserem Kindergarten schon Glück (7-17 Uhr geöffnet, das ist hier in der Gegend nicht selbstverständlich), aber für mich mit meinem Job passt das immer noch nicht.
Erzieher in den Kinderbetreuung allgemein sollen besser bezahlt werden. Es nützt nichts, neue Betreuungseinrichtungen zu eröffnen und Plätze zu schaffen, wenn nicht ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden ist. Und das finde ich nur, wenn ich angemessen bezahle.
Frauen und Männer sollten auch beim Thema Familie endlich gleich behandelt werden. Steht im Lebenlauf einer Frau um die dreißig „verheiratet“, wird sie seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen – denn ist sie verheiratet, bekommt sie bestimmt bald ein Kind und fällt aus. Zu viele Arbeitgeber erwarten von Müttern automatisch, dass sie Teilzeit arbeiten. Tun sie es nicht, kommt die entsetzte Frage, wie sie das alles mit Kind und Haushalt schaffen wollen. Vollzeit arbeitende Väter werden das nie gefragt.
Was wünscht Du Dir von der Politik für Familien in Deutschland?
siehe oben
Das ist natürlich jetzt meine aktuelle Perspektive der Mutter eines Kindergartenkindes. Wer weiß, wie die aussieht, wenn das Kind ein Schulkind wird.
Willst Du verraten was Du wählen wirst und warum?
FDP. Weil es endlich wieder eine im besten Sinne liberale Stimme im Bundestag braucht.
Liest Du Familienblogs und wenn ja welche?
Danke für die Antworten Ulrike.
was wünschen sich Familien von der Politik