Ich kann es gar nicht oft genug sagen, NEIN.

Nein, du darfst nicht das Essen werfen.

Nein, du sollst nicht deine Schwester hauen.

Nein, bitte rolle nicht das ganze Toilettenpapier aus.

Nein, lass mich einen Moment atmen.

Nein, ich möchte keine Ratschläge hören.

Nein, ich will keinen Sex mit dir haben.

Nein, lass mich da durch.

Nein, du kannst nicht einfach aus dem Einkaufswagen raus.

Nein, du darfst nicht entscheiden was ich anziehen werde.

Nein, du darfst deine Schwester nicht untertauchen.

Nein, ich mag nicht noch mehr Formulare ausfüllen.

Nein, du darfst meine Kinder nicht einfach anfassen.

Nein, du kannst nicht einfach umschalten.

Nein, wir stehen noch nicht auf um 4.30 Uhr.

Nein, ich mag kein Bier mehr trinken.

Nein, ich möchte jetzt nicht deinen Atem riechen.

Nein NEIN nein NeiN N-E-I-N

Ich lernte das Nein lieben in all seinen Varianten in den letzten Jahren. Es kommt zum Einsatz wenn es muss, wenn das ja zu leise, zu langsam oder zu gefährlich klingt. Ich lasse es von der Zunge rollen wenn es nicht anders geht und habe mich an den Klang gewöhnt.

Früher, in einem anderen Leben ohne Kinder und ohne Partner ohne Studium und ohne Job da sagte ich das Wort NEIN eher selten, ich hauchte es mal und meist ließ ich es ganz weg. Viel schöner und offener klang doch jedes Mal „Ja“ „Aber sicher“ „Kein Problem“, aber das stimmt nun so nicht mehr. Ich mag das kleine, das große und das Riesen Nein und habe sie als Gefährten angenommen.

Ein so kleines Wort mit solch einer großen Wirkung, wie ein Schutzmantel kann es sich um mich und auch andere legen.

Nein sage ich zu weniger Schlaf. Nein zu mehr Stress. Nein zur Steuererklärung innerhalb von zwei Wochen. Nein zu Treffen mit Menschen die mir Energie abziehen wollen. Nein zu doofen Angeboten. Nein zum Leben im Klammeraffen. Nein zu Menschen die mir erzählen wollen was immer richtig für uns und unsere Kinder ist.

Sagen wir es gemeinsam und wohlklingend: NEIN. DANKE.

Alu

wie ich lernte das nein zu lieben