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Auf der Wöchnerinnenstation – Alltag für den Anfang als Familie

Wöchnerinnenstation – Alltag für Familienanfang

Nun begann unser Klinikalltag zu dritt. Doch ich hatte bei dritten Mal
keinerlei Illusionen mehr. Hoffte ich einst noch mich ausschlafen zu können
oder ungestört zu bleiben gab ich mir nun die Parole aus: Augen zu und durch.
Und wirklich ab und an ließ uns der Stationsalltag gewähren und wir ruhten
zusammen. Schnell merkten wir, dass diese Station ursprünglich nicht für
Wöchnerinnen gedacht war. So gab eine der Schwestern gleich zu Protokoll, sie
könne nicht helfen, sie sei Kinderkrankenschwester. Am Ende war auch sie sehr
hilfsbereit.

Wenn man am Wochenende in einem Krankenhaus ist merkt man erst einmal den
ganzen Gesundheitskapitalismus. 

Die Pflegekräfte laufen sich die Haken ab und
schaffen es dabei fast immer auch noch freundlich zu sein. Denn auch wenn wir
mit dreimal schon häufig zum Kundenkreis gehörten. An das fast täglich hier
arbeiten reichte das nun gewiss nicht heran. Aprospros Kunde. Ich zahlte so
viel wie in einem Business-Hotel ohne Frühstück (62,40 pro Tag) und wurde
schnell zum Hilfspfleger. Sagte die Hebamme im Kreißsaal noch heute muss jeder
mithelfen (ich will nicht wissen wie oft das vorkommt), war ich nun zwar etwas
nervig für manche Schwestern aber auch ein gern gesehener Begleiter. Und glaubt
mir nur die Nachtschicht saß zwischen 3 und 5 einmal im Aufenthaltsraum und
löffelte einen Jogurth. Neben dem latenten zu wenig Personal war auch das zu
nutzende Material oft etwas schwach von der Qualität. Was auch viele der
betreuenden Menschen bekundeteten.
Vom Krankenhausessen will ich nicht anfangen,
für Systemgastronomie war es befriedigend und es sollte einen ja vor allen mit
Nährstoffen versorgen. Um es noch einmal klar zu stellen ich finde diese
Zustände richtig bescheuert und bin all denen dankbar, die immer noch ihren Job
machen, manche sogar mit Freude (bitte, bitte lieder Staat hör auf mit dem
Privatisieren im Gesundheitswesen – Mein Statement zur Berlinwahl). Wir hatten
nun also beide unsere Krankenhausbetten mit fünfstufig verstellbarem Fuß- und
Kopfteil und wir hatten unser Neugeborenes bei und in seiner kleinen Nussschale
aus trüben Plexiglas. Es klappte gut, die medizinische Versorgung
funktionierte, die Fachärzte schuaten vorbei und gaben uns ein Gefühl von
Sicherheit und wir und das Kind begannen miteinander zu grooven. Da konnte auch
der Besuch der großen Geschwister uns nicht abschrecken. 

Also lümmelten wir
herum von Essen hineinbringen, abräumen, Stillen, wickeln, untersuchen, zum
Konsil gehen, Wasser nachfüllen nach Ibu fragen und so. 

Und dann dieser
Ausblick – man hat in dieser Klinik wenig gute Ausblicke doch wir schauten auf
den Abwechslungsreichen Himmel von Steintal und erlebten wunderbare
Sonnenuntergänge, Regenfälle und Schattenspiele als seien wir auf einem
1000Bett-Kreuzfahrtschiff und Schwester Astrid unsere Stewardess. So kann doch
ein Leben beginnen. Hinzukam dieses Bewusstsein von Luxus. An diesem
Zwischenort waren wir schon Familie, doch unser Alltag und die großen Kinder
blieben noch draußen. Es konnte zeitweilig Muße einkehren und Papa die
Tagesschau sehen. Dabei stärkte uns das Wochenende im Krankenhaus auch in dem
Wunsch nach Hause zu kommen und dort weiterzumachen. 
Neben meiner wunderbaren
Frau und den vielen Helfern musste ich auch in der Klinik meinen Dank noch gen
Himmel schicken und war sehr dankbar, dass es zu mindestens einen Raum der
Stille gab. 
Als wir am Montagmorgen dann relativ schnell durch die U3 für das
Kind und die restlichen Formalitäten durchkamen war es ebenfalls wunderbar
bereits Mittags das Wochenbett daheim beziehen zu können. Großeltern erwarteten
uns und kochten, spielten mit den Großen und brachten frischgewaschene Wäsche
mit. So fiel es mir nicht schwer die letzten Kleinigkeiten für die Babyzeit
einzurichten. Heute eine Woche später finde ich wir haben es allesamt gut
gemacht. Dank der Hilfe, die im Groß-Krankenhaus begann. 
Dank der vielen
Menschen, die noch mehr sind als die Brutto-/ Nettozahlen auf irgendwelchen
Gehaltsstatistiken. Entspannt ankommen begann eben auch bei uns in der Klinik.
Konsti

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