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Meine 2. Reha in Boltenhagen #Rehatagebuch 2

Viele Menschen fragen immer wieder was denn genau auf so einer onkologischen Reha passiert und wie diese Tage ablaufen, also habe ich heute mal meinen Tag etwas versucht zu dokumentieren, als exemplarischen Standard Tag auf der Reha in Boltenhagen.

Der Tag beginnt auf einer Reha echt früh. Also von Urlaub und lange Ausschlafen hat das alles nichts, denn eine Reha soll einen ja fit oder fitter machen und daher beginnen die Tage früh und sind voller Termine.

Früh Aufstehen für Profis?

Mein Tag beginnt leider schon um 5.20 Uhr. Ich schlafe nicht besonders gut, weil ich so viele Medikamente nehmen muss, also liege ich wach und höre noch Hörbuch.

Schwimmen in der Strandklinik Boltenhagen auf Reha

Zu 6.15 Uhr gehe ich dann schwimmen. Das Becken hier misst 15 Meter und ist relativ warm, eben ein Therapiebecken. Wäre es richtig heiß draußen, dann könnte man vielleicht auch ins Meer schwimmen gehen, aber mir ist das gerade schon etwas zu kühl. Von 6.15 Uhr bis 6.45 Uhr ist also schwimmen. Heute sind wir zu Dritt. Das Angebot ist freiwillig.

Ab 7 Uhr gibt es Frühstück und nachdem ich mich geduscht und angezogen habe, gehe ich dann zum Frühstück und stelle mir schon mal alles hin, denn um 7.30 Uhr ist Yoga als Sport auf meinem Plan. Jede Sporteinheit, die hier von den Ärzten verordnet ist, geht 20 Minuten. So auch Yoga am Morgen.

Endlich essen, mein Magen knurrt schon

Nach dem Yoga gehe ich dann zum Frühstück und lasse mir mein Vollkornbrötchen schmecken. Um 8.15 Uhr ist dann auch schon der nächste Termin. Für mich steht Ergotherapie für PNP also Polyneuropathie in meinen Händen an. Dieser Termin geht 30 Minuten und ist echt anstrengend. Die Hände kribbeln danach und tun mir weh.

Ergotherapie Reha Strandklinik Boltenhagen

Danach steht Walken auf dem Plan, 9 Uhr. Walken heißt hier in meinem Fall 1,5 Kilometer in 20 Minuten. Vorher wird der Puls genommen und danach auch.

Meine 2. Reha in Boltenhagen, Brustkrebs Reha,

Von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr habe ich heute eine Pause. Diese nutze ich für das Wäsche waschen und ein Nickerchen. Nach der letzten Nacht brauche ich das.

Ausruhen im Klinikzimmer Reha Strandklinik Boltenhagen

Um 11 Uhr ist dann heute Lehrküche für mich dran. Ich bin also nicht klassisch zum Mittag eingetragen, sondern koche heute vegetarische Kost mit anderen Patientinnen. Das macht Spaß und man lernt noch was dazu.12.45 Uhr endet dieser Programmpunkt.

Lehrküche Reha Strandklinik Boltenhagen

Basteln mit Anleitung, das mag ich

13 Uhr habe ich dann wieder Ergotherapie Teil 2 für heute. Dort bin ich beim Körbe flechten eingeteilt, was mir große Freude macht. Ich sitze gerade an meinem dritten Korb in diesen vier Wochen. Um 13.45 Uhr darf ich da heute Schluss machen und muss mich dann wieder umziehen.

Körbe flechten Reha Strandklinik Boltenhagen

Um 14.30 Uhr beginnt nämlich dann mein Krafttraining mit Trainer. Das ist hier MTT oder auch My Milon Training. Ich kannte das vorher gar nicht und bin sehr angetan von dieser Form von koordiniertem Zirkel Krafttraining. Man trainiert immer eine Minute an jedem Gerät und üblich sind drei bis vier Runden.

Buch lesen am Strand Reha Strandklinik Boltenhagen

Ab ans Wasser

Als ich um 15 Uhr dann Feierabend habe, bin ich erschöpft und möchte gleichzeitig ans Meer. Ich packe also meine Sachen und gehe das erste Mal heute wirklich nur raus für mich. Ich setze mich ans Meer und lese ein Buch. Danach gehe ich noch ein bisschen spazieren, um den Kopf freizubekommen.

Buch lesen am Strand Reha Strandklinik Boltenhagen

Nach der Freizeit ist dann Abendbrot und dann habe ich noch einen Kreativkurs am Abend gebucht, bei dem ich Schmuck aus Draht herstelle. Ich habe das heute das erste Mal probiert und etwas für meine Mama gefertigt.

Kreativkurs Reha Strandklinik Boltenhagen

Man kann es also klar lesen. Eine Reha ist KEIN Urlaub und man hat auch weniger Freizeit als man denkt. Die Tage hier sind sehr voll, man wird wirklich auch immer wieder gefordert und das tut gut, macht aber auch was mit einem. Man soll neue Routinen lernen, den Körper auf Vordermann bringen und fit gemacht werden, um wieder arbeiten zu gehen.

In meinem Fall heißt das: Es wird geschaut, dass meine teilweise Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben kann. Es ist anstrengend, absolut. Lohnt es sich trotzdem? Auf jeden Fall.

Den ersten Teil der Reihe findet ihr hier:

Meine 2. Reha in Boltenhagen – #Rehatagebuch

 

Alu

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