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Meine 2. Reha in Boltenhagen – #Rehatagebuch

Ich bin wieder auf der Reha, am gleichen Ort wie 2023. Ich bin hier und es fühlt sich „vertraut anders“ an. Ich glaub anders kann ich das gar nicht beschreiben. „Vertraut anders“.

Ich habe ein schönes Zimmer, das Meer rauscht vor dem Fenster. Ich wurde an den gleichen Tisch gesetzt wie beim letzten Mal (ein Zufall?) und ich habe sogar meine eigene Hafermilch mit, damit ich Kaffee ohne Koffein aber mit Hafermilch trinken kann. Es sind nette Menschen an meinem Tisch, sie kommen von überall her und bringen ihre Geschichten mit. Es tut gut sich kennenzulernen. Mein Herz ist noch ein wenig verkrampft, ein wenig leer vielleicht, denn meine Freundin von damals lebt nicht mehr. Wir kannten uns schon der Reha 2023 hier, haben hier aber einfach eine tolle Verbindung aufgebaut und viel Zeit zusammen verbracht. Wir waren hier fast jeden Tag Kaffee trinken, Kuchen essen oder einfach am Strand chillen. Dann ist sie Ende 2024 gestorben und ich bin immer noch dabei das zu verarbeiten. Auch die Boltenhagener Kaffeebude ist zu und der Bioladen auch. Als hätten sich mit ihr auch großartige Erinnerungsplätze verabschiedet.

#1 Dieser Tag steht unter dem Motto: Alles wird gut. Ok, vielleicht nicht alles, aber fast alles.

#1 Dieser Tag steht unter dem Motto: Alles wird gut. Ok, vielleicht nicht alles, aber fast alles.

Ich gehe allein Crêpe essen, schlendere allein am Strand und merke innendrin, wie schwer es mir fällt wahre und tiefe Verbindungen einzugehen. Dieser ganze Krebs, der lässt einen auch dort stocken, die Sorge vor Verlust von nahen Menschen, sie prägt einen und lässt einen stocken.

Die Reha – Teil 2 #Brustkrebs

Obwohl ich beim letzten Mal oftmals enttäuscht von den Sportangeboten der Reha war, so merke ich dieses Mal, dass ich mich anders einlassen kann. Ich bin sehr zufrieden mit dem Angebot, es ist mir fast ein bisschen viel. Ich mache Krafttraining, mache Schulter- Arm- Gymnastik und übe mich in Geduld. Ich lerne wieder viel dazu über mich, über das was ich will (und nicht will) und schaue auf einige Dinge anders. Wer bin ich gerade? Wer möchte ich sein? Immer wieder schweife ich mit meinen Gedanken zur ersten Reha hier ab, als ich mich sehr gefordert habe und gleichzeitig mir einige Wege wahnsinnig weit weg vorkamen. Ich weiß noch genau wie weit mir die Steilküste vorkam, ich schnaufte damals auf meinem Rad. Gestern bin ich diese Strecke erneut gefahren und war überrascht, wie schnell ich am Ziel war, wie „kurz“ der Weg gewesen ist und diese kleinen Erfolgserlebnisse, sie machen mich glücklich. Sie lassen mich erahnen, was ich schon alles geschafft habe, wenn es darum geht, fitter und somit auch gesünder zu leben. Vielleicht war es allein schon deshalb wichtig wieder hierherzukommen, um den Unterschied spüren zu können und zu sehen, wo ich selbst stehe und auch wofür ich stehe.

Am Abend hüpfe ich noch ins Meer und dann ins Bett.

Am Abend hüpfe ich noch ins Meer und dann ins Bett.

Eine dritte Reha, wie ich sie gerade mache, ist für viele Krebspatientinnen übrigens die letzte Reha. Denn danach beginnt eine Frist von vier Jahren für eine weitere Reha, außer man hat sehr gute Gründe. Da ich noch weitere acht Jahre Medikamente nehmen muss und leider eine chronische Erkrankung entwickelt habe, die extrem einschränkend ist, würde ich trotzdem gern wieder probieren in zwei Jahren erneut zu fahren. Dieses Sportprogramm und auch der seelische Austausch mit anderen Patientinnen und Patienten macht etwas mit einem und hilft einem auch dabei mit den ganzen Einschränkungen besser zurecht zu kommen. Ich glaube eine Reha ist eine sehr gute Maßnahme für Patientinnen Kraft zu schöpfen, auch wenn das Thema „Krebs“ einen wohl nie ganz loslässt oder „erledigt“ ist.

Alu

 

 

 

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