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Elternleben

Der Wachmann – warum ich wach bin

Ich weiß nicht wie oft ich in den letzten Jahren, also um ehrlich zu sein in denen mit Kindern, geweckt wurde und nicht wieder einschlief. Seit ich meine Frau kenne hat sie mehr Schlafbedarf und auch den gesünderen und festeren Schlaf. Zumindest im allgemeinen, Ausnahmen gibt es, die jedoch bestätigen bekanntlich die Regel.

Als ich Kind und vor allem Jugendlicher war, verstand ich es nicht, warum meine Mutter wach war oder wurde, wenn ich heimkam. Gleichwie leise ich mich anstellte, sie und oft auch meine Großmutter, die im selben Haus lebte, konnte mir am Morgen sagen, wann ich zurückgekehrt war. Für mich war es übermäßige Sorge, ich nahm es an und störte mich nicht daran. 

Nun habe ich Kinder sowie ebenfalls den leichten Schlaf der Verantwortung.

Dabei ist es nicht so, dass Alu nicht auch verantwortungsvoll ist oder die Kinder hört. Doch wenn ich da bin, bin ich Anlaufpunkt Nummer eins. Es ist Urlaub, die Kinder haben Medienzeit, wir beide legen uns über Mittag hin. Zwar sind wir gut ausgeruht doch so eine Siesta kann nicht schaden. Davor habe ich für die Kinder die Technik vorbereitet, damit alles glatt geht und keines uns stört. Ein paar Minuten später: K3 möchte etwas trinken, sie kommt ich werde wach obwohl ich gerade am Einschlafen war und versorge sie. Hinterher kommt K2, er habe versucht sie aufzuhalten. Kurzum nach mahnenden Worten und der Getränkegabe liege ich wieder im Bett. Doch schlafen kann ich nun nicht mehr. Es ist vorbei. Noch 10 Minuten gewälzt und dann etwas ins Handy geschaut. Nun sitze ich bei K3.

Ich habe es mir nicht ausgesucht. Doch so manches Mal hätte ich mich gerne wieder umgedreht. Eine Gabe, die meine Frau hat. Dann liege ich wach oder stehe auf und die Liebste schläft sich aus. Übrigens ist es nicht so, dass ich unausgeruht bin, doch diese Leichtigkeit des Seins, dieses schlafen, schlummern, ruhen können, auch wenn die Welt um einen herum sich weiterdreht, das fehlt mir. Also bin ich bei uns der Wachmann. Die Katzen mauzen vor der Tür, ich stehe auf und lasse sie hinein, denn überhören kann ich es sowieso nicht. Kinder haben Sorgen oder können vor Aufregung nicht schlafen? Sie kommen ins Elternschlafzimmer und finden mich wach und ansprechbar.

Und wenn ich weg bin? Dann funktioniert ebenso alles, dann ist Alu da und wacht ebenfalls irgendwann auf.

Sicherlich steht sie bei Bedarf auch auf. Doch viel seltener erlebe ich sie, wie sie einfach so aufwacht. Dagegen höre ich in die Nacht und scheine das Kommende zu spüren. So jetzt habe ich das alles geschrieben und hoffe, einige von euch erkennen sich in mir oder Alu wieder. Nun fühle ich mich etwas müde, die Kinder spielen weiterhin ruhig? Sollte ich mich noch einmal hinlegen. Es kommt mir ein Gähner. Nein ich werde nun die Strandtasche packen und freue mich darauf, wenn die Liebste ausgeruht dazu kommen, denn ich bin doch unser Wachmann.

Euer Konsti

Noch während ich den Text korrigiere, kommt aus dem Schlafzimmer: „So, ich bin wach“, voller Energie steht meine Herzdame vor mir und ich muss sie etwas zügeln, denn gepackt habe ich noch nicht.

Neues vom Schlafmuffelchen #jedesKindkannElternwachhalten

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2 Comments

  • Lena
    24. Juli 2022 at 07:07

    Schöner Beitrag! Denn meistens höre/lese ich diese Worte in der anderen Konstellation: die Mutter ist die Wachfrau und wird von jedem Grunzen der Kinder wach, während der Mann selig weiterschläft.

  • Petra Häußermann
    24. Juli 2022 at 08:53

    Hallo Alu, hallo Konsti, eure ehrlichen Einblicke in euer Leben freuen mich immer wieder. Das Chaos des Familienhaushalts wird nicht hinter glamourösen, instatauglich geschliffenen Bildern versteckt. Ihr seid eine von uns:-) Bei euch gibt es mehr als Sonnenuntergänge und hippe Brotdosen. Und ja, einer/eine ist Wachmann/Wachfrau. Bei uns bin ich es, dafür hat mein Mann tagsüber viel Geduld und wird das Erklären und Einbinden unseres interessierten Sohnes in unseren Betrieb (selbständig in der Agrardienstleistungsbranche) nicht müde.
    Ich wünsche euch einen erholsamen Sonntag und winke euch zu aus dem Schwabenländle ! Petra

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