Im Vorfeld des diesjährigen kirchlichen Hochzeitstags haben Alu und ich mehrfach darüber gesprochen, dass wir uns gemeinsam ein Geschenk machen – ein wunderbares Kunstwerk und uns vergewissert, dass wir dieses Jahr vielleicht nicht gemeinsam sein können. Denn das Datum fiel in die Zeit ihrer Reha. Schließlich war es genau das Wochenende, an dem ich sie mit den beiden jüngsten Kindern an der Ostsee besuchen konnte. Nur habe ich bei all der Vorbereitung vergessen ein Geschenk zu kaufen. Sie hatte natürlich eines parat. Und als wir dann wieder von ihr weggefahren sind, da hatte ich es erneut verdrängt. Dafür war alles gepackt und die Ferienwohnung abgegeben.
Da steht meine Liebste also mit ihrem Leihfahrrad, die Schranke des Feriendorfs ist schon wieder heruntergelassen, und ruft mir durch das offene Autofenster zu: „Übrigens alles Gute zum Hochzeitstag!“. Ich stoppe den Wagen, steige aus gehe zu ihr und gebe ihr verlegen einen kurzen Kuss. Dann fahre ich mit den Kindern nach Hause, denn am nächsten Morgen beginnt auch bei uns das neue Schuljahr.

und bevor ich sie wieder abliefere noch auf den Trimm dich Pfad.
Seitdem, also seit sieben Stunden vermisse ich meine Frau. Das kommt immer noch vor. Ich würde sogar sagen es hat sich noch einmal verändert. Ja, wir gehen uns auf die Nerven und strengen uns an. Wir haben Federn gelassen miteinander und aneinander. Unsere Liebe hat sich verändert. Sie ist weniger unerwartbar, irgendwie regulärer.
Doch wenn sie auf mich zu kommt und nach ihr duftet und mich küsst oder minutenlang in meinen Armen liegt und wir quatschen, dann bin ich erfüllt von dieser Liebe, Vertrautheit und Zuversicht, dass es noch lange so weitergeht. Und das ist gut so, denn oft genug muss ich mir um Alu wegen ihrer Gesundheit Sorgen machen. Dagegen machen wir Pläne, wie es wird, wenn immer mehr Kinder aus dem Haus sind. Nur bis dahin müssen wir noch kommen. Aber das gemeinsame Träumen stärkt uns und ist eine gegenseitige Rückversicherung.
Also bin ich nun noch 10 Tage ohne Sie. Wenn Alu zurückkehrt, geht schnell wieder das Lebens-Karussell auf Hochtouren. Ich hoffe für uns, dass wir ebenso durch diese Wochen gut durchkommen und beide noch etwas Sommer im Herzen behalten und uns nicht aus dem Blick verlieren. Dann bin ich froh wieder mit ihr zu sein und gespannt, was uns noch so einfällt (es soll eine Herbstreise geben und auch für 27 gibt es Ideen).
Bis dahin leide ich an Vermissungsattacken und schmachte sehnsüchtig. Die Herzdame muss das aushalten, trotz all ihrer Rationalität. Die darf dann wieder einkehren, wenn wir uns täglich haben und (aus-)halten.
Euer Konsti





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