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Konsumweihnachten für Mutti: Achtung, die Wichtel kommen!

Nahezu in jedem Jahr gibt es den Versuch mit neuen Ideen, neue Anreize zum Kauf zu schaffen. Eine die mich von Beginn an sehr genervt hat ist die Wichtel-Euphorie. Tore, Tomte oder Tröti ziehen in die Wohnzimmer der Leute ein, alles natürlich für die Kinder.. Dabei geht es mir weniger um die Sache an sich, auch wenn ich mich frage, wer sind diese Wichtel? Sondern darum, dass ich neulich im Drogeriemarkt (!), einen Aufsteller nur mit Ausstattung für diese Wichtelsache gefunden habe. Kleine Türchen, Zäune und Umzugskisten. Hätte ich es mir so richtig schön wichtelig machen wollen,  dann wären 80-100€ fällig gewesen und das nur um das Material zu besorgen!

Selbst eine Grundausstattung hätte schon die Hälfte gekostet. Doch wofür? Damit jemand, garantiert zu 98% die Mutter, ein Szenario daheim aufbauen? Vom Einzug über Mini-Kekse und kleinen Schabernack, all das sind Möglichkeiten. Denn das fiktive Wichtelheim,  das soll am besten noch bespielt werden. Da finde ich es ja sinnvoller das Mauseloch zu dekorieren. Oder sich mit wachsenden bzw. wandelbaren Krippen auszustatten (Ich weiß, für viele Menschen keine Option).

Wichtel sind mythologische Gestalten, wohl aus Skandinavien, die bei den Weihnachtsvorbereitungen helfen (niedlich). Sie können wohl auch zaubern, nur wem helfen sie wirklich? Erst einmal machen sie mehr Arbeit. In verschiedenen Blogs fand ich wunderbare Ideen für die Wichtelei bis hin zu einem 24tägigen Programmvorschlag, was alles täglich vorbereitet werden kann, damit die Kinder auf Weihnachten eingestimmt werden (was auch wirklich schön ausgesehen hat). Es gibt Bücher, Bastelbögen und Krimskrams dafür zu kaufen, alles natürlich immer ordentlich teuer.

Wenn der Wichtel kommt, Wenn der Wichtel kommt, über Weihnachtswichtel Nun frage ich mich, welche Kinder sind nicht sowieso schon auf das Fest hin ausgerichtet und aufgeregt? Reichen Adventskalender, Nikolaus und alles weitere nicht um auf Weihnachten vorzubereiten?

Darüber hinaus muss jemand in der Familie alles vorbereiten, ich sage nur “Hallo Mentalload!”. Die Geschichten erzählen, sich ausdenken, die Kulissen basteln bzw. zusammenstellen und dafür vorbereiten und einkaufen gehen. Das klingt nach einer Aufgabe für “Vollzeit- Weihnachtsvorbereiterinnen und -bereiter”.  Nur damit Peppi oder Pelle eine Tür im Wohnzimmer haben. Ob dafür anderes wegfällt im Vorweihnachtsstress? Bei den Beispielen, die ich kenne, wage ich das zu bezweifeln. Hinzu kommt, wie bei vielem auch: Ist es einmal eingeführt, wollen die Kinder, gerade zu Weihnachten, diese Tradition immer wieder. Für mich klingt es nach noch mehr Stress und Konsum.

Mir (MEINE MEINUNG) reichen die vorhandenen Traditionen vollkommen. Bei uns trägt die 1990 Jahre alte Weihnachtsgeschichte noch ausreichend. Die Geburt eines Kindes in Bethlehem bietet sehr viel Material zur Vorbereitung. Warum ich nun meine Kinder auf einen Wichtel warten lassen muss anstatt auf Nikolaus (von mir aus auch Santa Claus oder ähnliches) und das Christkind leuchtet mir nicht ein.

Doch was haltet ihr davon? Wie geht ihr damit um? Was spricht aus eurer Sicht für die Wichteldeko und -Geschichten? Oder dagegen?

Ich freue mich auf eure Meinung!

Euer Konsti

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14 Comments

  • "Just smile and wave" Mutti entspann dich doch mal!
    3. Dezember 2023 at 21:31

    […] sehe ich eigentlich kein großes Stresspotential mehr, aber warum dann beiße ich mir nachts auf die Zunge und meine rechte Schulter fühlt sich so […]

  • TAC
    4. Dezember 2023 at 08:30

    Hier wohnte im letzten Jahr eine Wichteline, weil ICH Lust drauf hatte. Ja, es war Stress. Aber positiver Stress, denn ich hatte Freude daran. Die Große hat mitgemacht, sie hat beispielsweise kleine Tassen aus lufttrocknender Masse hergestellt. Als ich selbst richtig krank war, war unsere Wichteline wegen dringender Angelegenheiten bei ihrer Oma.
    Gekauft hab ich wenig. Vorlagen für Umzugskartons, Wichtelbriefpapier, Wichteladventskalender… kann man im Netz finden und ausdrucken. Eisstiele zum Basteln, Zahnstocher, Schaschlikspieße, Holzleim… haben wir sowieso da. Zweige haben wir draußen gesammelt und mit Strick zu einer Strickleiter geknotet. Auch Sand und Tannenzapfen gibts draußen.
    Ja, wir haben auch ein paar Sachen gekauft. Einen Elch, einen LED-Weihnachtsbaum (den hat Swea der Jüngsten für ihre Sylvanians geschenkt beim Auszug)… Wir hatten außerdem eine Wichtelgruppe auf dem Handy zum Ideenaustausch und sonstigem Tausch. Ich hatte beispielsweise noch massig Glitzer, von der die Nachbarin nehmen durfte und im Gegenzug bekamen wir Wichtelstiefel.
    Ich glaube, es ist wie mit so vielen Dingen: Es kommt drauf an, was ICH möchte (Will ich den Wichtel selbst, weil das alle haben oder nur den Kindern zuliebe?), mit wieviel Herzblut will ich das umsetzen und wieviel Geld will ich investieren?
    Alles meine Entscheidungen.
    Klar hat die, Jüngste schon nach Swea gefragt. Bisher hat sich noch nix getan. Ich denke, Swea verspätet sich in diesem Jahr…
    Unsere Erlebnisse mit Swea findet ihr auf meinem Blog unter dem Label WichtelineSwea.
    LG von TAC

  • Franzi
    4. Dezember 2023 at 11:25

    Hier wohnt nun im dritten Jahr Wichtel Elmo und wie auch bei meiner Vorschreiberin hier zieht er Jahr für Jahr wieder ein, weil ich selbst große Freude an der Spielerei habe. Die Tür war aus Eistielen und einer Perle schnell zusammengezimmert, eine kleine Bank aus Ästchen und Nussschalen ebenso. Unser Wichtel ist sehr verschlafen. Manchmal schreibt er den Kindern täglich Briefe und zaubert für sie (z.B. Hühnereier in Ü-Eier…), richtet sich ein wenig neu ein (die eine oder andere Kleinigkeit habe ich auch dazu gekauft) oder bittet um Hilfe (Brennholz aus dem Park, ein schönes Bild für seine Wohnzimmerwand) – und manchmal ist er auch tagelang still. Tjanun, dann muss er wohl gerade ausschlafen oder einen wichtigen Auftrag für den Weihnachtsmann erfüllen. So ist die Wichteltür hier eine zwanglose Angelegenheit, die uns allen Freude bereitet.

  • Flo
    4. Dezember 2023 at 13:21

    Sehe ich genauso wie Du. In der Vorweihnachtszeit hat man meist genug Stress mit irgendwelchen Pflichtbesuchen, Geschenkebesorgung, Planung, fristgebundenen Dingen die noch im Jahr erledigt werden müssen etc.

    Unser elterlicher Freundeskreis und auch die Freundeskreise unserer Kinder sind groß genug und wir haben um die Weihnachtszeit genug Besuch, so dass wir nicht noch irgendeinen imaginären Freund bei uns einquartieren müssen.

    Wer es machen will soll es machen, aber wir als Familie ignorieren diesen Wichtelkram vollständig.

  • Marie
    5. Dezember 2023 at 06:01

    Geht mir GENAU so. Die Weihnachtsgeschichte und Bräuche und Feiern in der Adventszeit bieten schon genug für unsere Familie. ZB gestern an St Barbara die Geschichte gelesen, einen frischen Zweig geholt, mal sehen, ob er an Weihnachten blüht ( einfach, günstig und hübsch anzusehen).

  • Petra
    5. Dezember 2023 at 06:23

    Dankeschön. Ich dachte schon ich bin die einzige die das nicht auch noch braucht. Wir haben kleine Adventskalender und begleiten jeden Tag Maria und Josef mit einer Geschichte auf ihrem Weg. Das reicht MIR.
    Habt eine besinnliche Adventszeit

  • Sabine
    5. Dezember 2023 at 19:28

    Bei uns gibt es dieses Jahr zum ersten Mal eine Wichteltür. Und das nur weil ich zufällig eine beim Discounter für 7,99€ entdeckt habe (mehr hätte ich dafür auch nicht ausgegeben). Und weil ich die “Rockstar – Edition” so cool fand, mit Mikro, Keyboard und E-Gitarre vor der Tür 😄. Mehr Aufwand gibt es nicht. Ab und zu wird dem Rockstar – Wichtel (einen Namen hat er nicht) ein Teller mit Keks hingestellt. Sogar der 11 jährige ist fasziniert wenn der Keks am nächsten Morgen weg ist! *mjam*

  • Ivonne
    6. Dezember 2023 at 07:19

    Hallo,seit drei Jahren zieht bei uns Hauke vorübergehend ein. Viele Vorlagen zum Basteln gibt es im Netz und ja, es ist positiver Stress. bei uns gibt es täglich eine Postkarte von Hauke und unsere Kinder schreiben kurze Briefe zurück. Dem Inhalt können wir unter anderem auch Sorgen und Ängste der Kinder,aber auch Wünsche und Ideen entnehmen,die sie Hauke verraten. Sie wissen bzw. vermuten,dass ich Hauke bin,aber sie fragen übers Jahr verteilt öfters nach,ob Hauke wiederkommt. er bringt nicht nur Schabernack mit,sondern “hilft” den Kindern mit den Antworten auf Fragen in seiner Post.
    Viel gekauft habe ich bisher nicht, da oftmals Sachen aus der Puppenstube (im Keller verschimmelnd) genommen werden können. Die Kinder sind oft einfallsreich und basteln Bücher, Taschentücherbox, Holzverschlag etc. selbst für ihn (manchmal fragt er, manchmal einfach so).
    Es ist jeden Morgen ein kleines Highlight und das entstresst auch die Kinder (die übrigens gerade im Dezember genug Stress in der Oberschule haben).

  • Nora
    6. Dezember 2023 at 07:45

    Daaaaanke!!!! Für diesen Beitrag, der mir das Gefühl gibt nicht alleine mit der Meinung dazustehen. Überall wohnen jetzt Wichtel, aber komischer Weise nur zur Weihnachtszeit und natürlich hätten unsere Kinder auch gerne einen bei uns wohnen. Aber schade, hier will keiner einziehen. Vielleicht zu stressige Stimmung in der Vorweihnachtszeit? Ich versuche alles auf ein Minimum zu reduzieren, viel vorzulesen und Kerzen anzuzünden, aber letzten Endes hetzen wir gerade eher von einem Termin zum nächsten. Und die Kinder werden immer irrer im Kopf, bis alles an Heiligabend eskaliert. Da verzichte ich gerne auf einen weiteren Faktor, der die Stimmung noch anheizt 🙈

  • Thekla
    6. Dezember 2023 at 09:09

    Ich finde den kulturpessimistischen und moralinsauren Ton in dem Post sehr störend. Mir fehlt auch die kritische Selbstreflektion. Die angeblich christlichen Feste (Weihnachten, Ostern etc.) sind ja auch in hohem Maße synkretistisch, die Kirche hat sich großzügig heidnischer Feste und Bräuche bedient und diese mit ihren eigenen Vorstellungen vermischt. Das ist nicht schlimm, so funktionieren Kulturen nun mal. Ähnlich ist es mit der Wichtel-Tradition: Man schaut sich halt an, was es in anderen Kulturen so gibt, und sucht sich raus, was man für sich brauchen kann (wie es die Kirche auch getan hat). Andererseits ist das mit den Wichteln ja auch nicht so weit weg vom deutschen Volksglauben (siehe die Heinzelmännchen).
    Alltagspraktisch finde ich die Wichtelgeschichte eine gute Alternative zu den Adventskalendern, bei denen der Aufwand ja häufig auch exorbitant ist (viel kaufen und/oder selbst basteln und befüllen). Für den Wichtel findet man eigentlich alles zu Hause (in den diversen Baukästen und Spielewelten) oder draußen, man kann auch von Tag zu Tag spontan improvisieren, und für Schulänfänger/Grundschüler sind das Briefelesen und -schreiben eine gute Gelegenheit und Motivation. Auch für Kitagruppen (dort habe ich es zum ersten Mal erlebt) sind die Wichtel eine nette Begleitung durch den Advent.

  • Thekla
    6. Dezember 2023 at 09:26

    Noch ein Punkt: Konsumkritik üben als Betreiber eines Blogs, desses Geschäftsmodell die Vermarktung des eigenen Lebens ist – wahrscheinlich soll das die Ironie sein, oder?

  • anne Reisinger
    6. Dezember 2023 at 10:12

    Nun ja, grundsätzlich bin ich da voll bei diesem Artikel. Schwierig wirds wenn alle Freunde so nen Wichtel zuhause haben und dann dein Kind fragt. Kann bei uns auch einer einziehen? Da kann ICH schwer erklären warum bei uns gerade nicht. Ich hab mich mit dem Wichtel und dem Sinn dahinter … ein wenig auseinandergesetzt. Und wenn man es mit dem Christkind verbindet und sich nicht dem „wer hat das größte, beste und lustigste“ kann es eine tolle Begleitung in der Weihnachtszeit sein. In diesem Sinne genießt die Zeit mit oder ohne Wichtel. Lg Anne

  • Hana
    6. Dezember 2023 at 13:56

    Ich finde es schade, dass so viele Menschen heute glauben, alles, was man im Internet sieht, müsse man selbst auch haben oder machen. Niemand muss Wichtelkram basteln/kaufen/aufstellen, nur weil _andere_ das machen. Wer als Mutter oder Vater Lust drauf hat, soll Spaß damit haben (und soviel Geld dafür ausgeben und/oder Zeit reininvestieren, wie er oder sie möchte); und wem das Stress bereiten würde, der lässt das eben sein – und wenn man im nächsten Jahr keinen Bock mehr drauf hat, sind die Wichtel eben weitergezogen, um anderen Kindern in einer anderen Wohnung Freude zu bereiten.

  • Franzi
    10. Dezember 2023 at 19:16

    Irgendwie ist dieses neue Ding mit den Wichteln lange komplett an mir vorbeigezogen, erst in letzter Zeit habe ich diese Bilder gesehen. Meine Kinder sind aus dem Alter raus (zwischen 10 und 19), damit brauche ich nicht mehr anzufangen. Aber wem es gefällt: warum nicht? Mir wäre es jetzt wahrscheinlich schon zu Mainstream. So ist es halt: jeder pickt sich das raus, was ihm gefällt. Ich mag zum Beispiel Halloween sehr gern, aber gibt ja auch Leute, für die das US-amerikanischr Mist ist.
    Dass in einer kapitalistischen Gesellschaft die Firmen aus allem Profit schlagen wollen ist doch normal. Darüber kann ich mich nicht aufregen, muss ich ja nicht kaufen 😉.

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