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Mutter-Kind-Kur: Welche Regeln gelten für einen Kurbesuch?

Heute ist Sonntag Abend und vielleicht ist es daher auch der richtige Zeitpunkt über das Thema „Kurbesuche“ zu schreiben. Wir hatten nämlich am Wochenende Besuch und jetzt sitze ich hier am Sonntag Abend und fühle mich wie ein Schluck Wasser in der Kurve – irgendwie leicht aus der Bahn geworfen.

Schon als wir uns für die Mutter-Kind-Kur entschieden hatten war klar: Ich fahre nur mit dem Mittleren und daher wäre es schön die anderen beiden Kinder doch nach der Hälfte der Zeit zu sehen, aber um so näher die Kur kam umso unentschlossener wurden der Papa und ich was diesen Punkt anging.

Wäre es wirklich sinnvoll uns auf der Mutter-Kind-Kur zu besuchen?

Wie würde sich das anfühlen, dieses Ankommen und dann wieder gehen und das für alle Seiten? Wir schoben die Entscheidung vor uns her und reservierten erstmal nur eine Ferienwohnung in der Nähe. In den meisten Mutter-Kind-Kur-Kliniken ist es nicht erlaubt, dass der/die Partner/in und Familie dort übernachtet. Ich kann das wirklich gut verstehen. Man trifft viele Frauen die sich eine Auszeit vom Alltag dringend wünschen und fremde Leute im Essenssaal anzutreffen, wäre dann für ihre Erholung auf der Mutter-Kind-Kur sicherlich hinderlich.

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Auszeit vom Alltag

Die Kurkliniken haben zudem eigentlich alle eine feste Regel und diese lautet: Die Mütter haben im Haus zu übernachten. Erklären lässt sich diese Regel aus der Tatsache, dass eine Mutter-Kind-Kur von der Krankenkasse übernommen wird und diese auch für Schlafplatz, Essen und Therapien aufkommen und auch wenn man sich darüber ärgern kann, so finde ich diese Regel verständlich und habe für mich persönlich die Entscheidung getroffen diese Regel auch komplett zu befolgen (in den meisten Häusern kann man übrigens sonst von der Kurklinik nach Hause geschickt werden).

Ist Besuch eine gute Idee? Wo wird mein Kopf dann sein?

Nachdem das Wochenende immer näher rückte haben wir uns als Familie doch dazu entschlossen das Besuchsrecht zu nutzen. Da jede Mutter-Kind-Kurklinik Besuchszeiten verfügt hat (14-18 Uhr am Samstag und Sonntag ist üblich), haben wir uns das Wochenende einfach vom Mittag abgemeldet und haben den ganzen Tag etwas zusammen unternommen. Am Abend ist jeder Familienpart wieder in seine Schlafkojen verschwunden.

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Samstag früh: Es sind 1518 Schritte von der Kurklinik zur Familie.

Dieser tägliche Abschied am Abend ist mir persönlich sehr schwer gefallen. Hätte es sich beim Besuch in der Mutter-Kind-Kur-Klink nur um meinen Mann gehandelt, dann wäre das sicherlich machbar gewesen. Aber so habe ich jeden Abend die Kinder in der Ferienwohnung ins Bett gebracht, und bin dann zurück zur Klinik gelaufen. Mir persönlich hat dieser Moment immer sehr zugesetzt. Ich war eben nicht genau bei meiner Familie und auch nicht richtig in der Kur-Klinik und fühlte mich innerlich zerrissen.

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Eine Regel: Keine Alltäglichkeiten: Eine Auszeit für Alle!

Wir haben jedoch an diesem Wochenende eigentlich keine Alltäglichkeiten besprochen. Seit langer Zeit konnte ich mich einfach mal auf nur „die Menschen“ konzentrieren. Ich habe den Kindern dabei zugesehen wie sie sich in den Sand geworfen haben und ich habe drölfzig Runden Uno mit ihnen gespielt. Ich habe mit meinem Mann nicht über den Abwasch oder den Hausbau diskutiert, sondern seine Wange gestreichelt. All das führt dazu, dass ich mich noch geborgener gefühlt habe. Ich fühle wohl bei meiner Familie und bin sehr dankbar dafür.

Heute am Sonntag haben wir uns auch wieder sehr früh getroffen. Wir haben den Tag zusammen nochmal richtig genossen und uns nach einer Klinikbesichtigung vor dem Abendbrot „Auf Wiedersehen“ gesagt. Konsti wird mit den Mädchen also morgen früh wieder abreisen und den Kalender durchstreichen bis die zehn Tage um sind. Wir restlichen Beiden werden ab Morgen früh wieder in unseren Mutter-Kind-Kurklinik Alltag auf Rügen abtauchen. Die zweite Kurwoche steht an und somit auch viele Therapien und Sportangebote für uns beide.

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Und schon ist der Sonntag Abend da. Konsti und die beiden Mädels verabschieden sich vom Meer und von uns.

Ein Überprüfen am Wochenende war auf jeden Fall möglich: Mag ich meine Familie noch?

Das unsere Familie nun doch da war, sehe ich als begleitende Kurmaßnahme und zum Auftanken von Streicheleinheiten für alle Familienmitglieder. Ich bin vor Sehnsucht nach den Kleinen udn Großen dann eben doch ein wenig zergangen und konnte nun die anderen drei in die Arme schließen. Einen größeren „Kurerfolg“ erzielt man aber vielleicht damit, wenn man sich keinen Besuch einlädt.  Der Kopf kann dann einfach mal komplett stillstehen und daher kann ich gut verstehen, dass der Geschäftsführer an unserem Einführungsabend auch folgendes gesagt hat (frei zitiert): „Nehmen sie sich die Zeit für sich selbst. Diese drei Wochen vergehen schnell und das Vermissen kann manchmal auch sehr gut sein für den gesundheitlichen Erfolg.“ Ich denke, ich habe das jetzt verstanden.

Familienalltag auf Mutterkindkur_GLowe_Grossekoepfe

Auf meinen letzten beiden Kuren hatte ich das im Übrigen so gehandhabt und kann nach direktem Vergleich nun eindeutig sagen: Das Herz ist ohne Familiebesuch eben doch mehr auf der Mutter-Kind-Kur als gedacht, das Herz ist mit Familienbesuch wieder stärker bei der Familie, gerade dann am Abschiedstag.

Alu

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4 Comments

  • JennyimWesten
    20. Januar 2019 at 21:02

    Ach Liebes, ich drücke Dich wenn Du magst <3

    Bei uns durfte der Besuch im Haus übernachten und für uns, die wir keinen Übernachtungsbesuch hatten, war das sehr schwierig. Nicht die Tatsache das die anderen Besuch hatten, den hatten wir auch und das tat uns (in der sehr beschissenen Situation) sehr gut. Aber noch mehr Menschen im eh schon überfüllten Speisesaal, noch mehr Lautstärke auf den Fluren, noch mehr Blicke etc.pp, Und manche Familie bekam nicht nur Besuch von Vater/Mutter sondern gleich auch noch von Oma und Opa. Das fand ich wirklich to much…

  • Alu und Konsti
    21. Januar 2019 at 10:51

    DAs kann ich absolut verstehen. Mir persönlich wäre es auch zuviel!

  • Cippie
    22. Januar 2019 at 13:28

    Liebe Alu,

    ich finde es gerade sehr spannend bei dir zu lesen, denn im September war ich selbst in Glowe auf Mutter-Kind-Kur. Allerdings hatte ich beide Kinder (4,1) mit dabei.
    Den Papa hatten wir auch zu Besuch – am mittleren Wochenende. Und wir hatten uns auch vorher Gedanken gemacht, wie das sein wird… mit dem Vermissen usw.
    Aber es war gut. Wir haben die drei Wochen extrem genossen- und sowohl ich als auch die Kinder wären auch noch länger geblieben 😉
    Aber es gab auch einige Frauen, die sehr Heimweh hatten. Die waren froh, als die Kur endlich um war.
    Ich glaube, für uns war das ok, weil mein Mann ohnehin viel weg ist und die Kinder das gewöhnt sind…
    Wie auch immer- die Kur tat gut und ich habe einige Impulse mitgenommen.

    Ich freue mich gerade über jedes Bild, das du postest, weil es schöne Erinnerungen weckt. Über das Wrack habe ich in der Zeitung gelesen und es einer Freundin geschickt, die übrigens schon 3x zur Mutter-Kind-Kur in Glowe war.
    Sie schrieb „Ich wäre gerne das Wrack. Dann wäre ich jetzt in Glowe!“ 😉

    Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit auf Rügen,
    ganz liebe Grüße,
    Cippie

  • Alu und Konsti
    22. Januar 2019 at 20:33

    Ach wie schön. Das finde ich ja toll.

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