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Mutter-Kind-Kur: Was abseits der Therapieanwendungen wichtig ist

Eine Mutter-Kind-Kur ist eine sehr spannende Erfahrung. So verbringt man zum Beispiel viel Zeit mit Menschen denen man im täglichen Leben nicht so einfach über den Weg laufen würde und dieses „aus der eigenen Filterblase“ herauskommen ist wohl eines der größten Geschenke einer Mutter-Kind-Kur das man sich vorstellen kann.

Da ist die Alleinerziehende die am ersten Tag in Tränen ausbricht als es das erste Mal Abendbrot gibt ohne dass sie abgehetzt noch am Herd steht. Da ist die Mutter mit ihrem Sohn die eine Traurigkeit ausstrahlt, dass sie fast in der Luft greifbar ist. Da ist die Mama die ihrer Tochter jeden Tag beim Kakao das gleiche Buch vorliest. Da ist die verheiratete Frau mit den zwei Söhnen die jeden Tag nach Hause telefoniert und sie ins Schwimmbad begleitet. Da bin ich, eine dreifache Mutter die nur mit einem Kind da ist und sich in dieser Situation erst neu verorten muss.

Viele Frauen, viele Schicksale

Ich treffe Frauen beim gemeinsamen Sport die Erzieherinnen sind und von ihrer Ausgebranntheit berichten. Ich treffe Verkäuferinnen beim Yoga die mir erzählen wie schön sich diese Stille hier täglich anfühlt. Ich treffe Frauen ohne Arbeit die auf der Suche sind nach sich selbst und die eine kraftvolle Ausstrahlung haben die mir echt den Atem raubt. Ich treffe Menschen die in ähnlichen Situationen stecken in denen du gerade steckst. Alle sind hierherkommen weil sie etwas wollen und das allein ist sehr bewundernswert.

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Welche Therapien brauche ich denn wirklich?

Am Anfang einer Kur ruckelt es ein bisschen. Viele Frauen sind mit den Therapieplänen nicht einverstanden, „zu viel Programm“, murmeln einige Frauen. Andere möchten „mehr Sport“ oder „mehr Vorträge.“ So, oder so ähnlich habe ich das (bis jetzt) auf jeder Kurerlebt. Es sind die verschiedenen Erwartungen die jeder Mensch an seine Kuren stellt. Ich erinnere mich an meine erste Kur bei der ich vor allem wieder in sportliche Form kommen wollte und die drei Wochen mich selbst an körperliche Grenzen gebracht habe. Auch hier sind einige Frauen mit diesem Ziel angereist, ich sehe sie immer rennen und winke manchmal. Ich erinnere mich an meine zweite Kur auf der ich drei Wochen sehr viel geweint habe, ich war so erschöpft damals von allem und fühlte mich danach so kraftvoll. Nun ist da diese Mutter-Kind-Kur. Ich suche Luft und Zeit zum Atmen. Ich möchte wieder einen Startpunkt für meinen Sport finden und auch schauen wie es mir wirklich geht. Zu viele Ziele habe ich mir nicht gesetzt. Sich einen Schwerpunkt vorher zu setzen ist eh sehr viel angenehmer und hier sogar vom Haus Glowe gewünscht.

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Eine Mutter-Kind-Kur ist kein Wettbewerb

Eine Mutter-Kind-Kur sollte auch niemals ein Wettbewerb sein. Jeder Teilnehmer braucht andere Kurse, Zeiten für sich und Momente mit seinen Kindern. Einige Elemente sind aber eigentlich auf jeder Mutter-Kind-Kur dabei. Fangopackungen und Massagen über die Wochen bekommt jeder, aber sonst tauschen und wechseln die Frauen viel hin und her (im Austausch mit den Ärzten). Es braucht aber eben auch ein paar Tage um anzukommen, sich zurecht zu finden und sich auch einen passenden Plan für drei Wochen zusammenzustellen.

“Ich genieße alles an meinem Leben”, das ist das Geheimnis

In einem Kurs lerne ich L. kennen. Lächelnd sitzt sie mir gegenüber und wir suchen Beide das Gespräch miteinander nach dieser Stunde zur Achtsamkeit. L. ist zwölffache Mutter. Ihre älteste Tochter ist 29 Jahre alt, sie ist schon Oma. Auf der Kur ist sie mit zwei Kindern, 10 und 12 Jahre alt. Ich stelle ihr sehr viele Fragen. Ich möchte wissen wie sie es schafft diese Ruhe, dieses absolute “bei sich sein” auszustrahlen. Sie erzählt mir von ihrem Glauben, ihrer Liebe zu den Bergen und dem Gefühl alles genießen zu können. „Ich genieße es wenn die Kinder morgens zur Schule gehen und ich genieße es wenn sie nach Hause kommen. Ich genieße mein Leben.“ Sie hat sehr viel Humor und scherzt immer wieder mit mir in diesen Tagen. Gemeinsam strampeln wir im Wellenbad um die Wette und spazieren am Strand.

Sich ein Stück Wegs begleiten, darauf kommt es an

Solche Begegnungen, solche Gespräche sie prägen für mich ebenfalls eine erfolgreiche, eine gelungene Mutter-Kind-Kur. Es geht auch darum in den Austausch zu gehen, sich ein Stück Wegs zu begleiten und anzuerkennen wie viel Kraft diese Leistung „Elternschaft“ uns alle wirklich kostet. Es geht aber auch darum Frauen zu treffen von denen man weiß: Sie berühren mich tief innendrin, sie wärmen mein Herz. Diese Zeit zum zuhören und unterhalten zu haben, das ist etwas sehr wertvolles, das ist ein Geschenk und es hat (wie die ganze Mutter-Kind-Kur) sehr viel mit sich einlassen können zu tun, sehr viel mit loslassen und entdecken, auch immer ein bisschen Neues an sich selbst.

Alu

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