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Kindergartenkind

In den Schuhen unserer Kinder…stecken wir nicht

Heute kamen die neuen Otter-Treter für meinen kleinen Lieblingsprofessor  an.  Als ich mir heute die Schuhe so ansah, ging mir so durch den Kopf, was unsere Kinder eigentlich für Wege hinter sich bringen müssen.
Damit meine ich nicht nur die Wege, welche sie tatsächlich mit ihren Füßen gehen, sondern auch im übertragenen Sinne die emotionalen Wege, die Bildungswege usw.

Innerhalb eines Jahres

eignen sich die Kleinen: Muttersprache, Sehvermögen und den aufrechten Gang an. Sie
essen selbstständig und beginnen Emotionen usw zu kommunizieren. Sie gehen in die Kita und beginnen Freundschaften zu schließen und lernen diese zu pflegen.
Ich erlebe immer wieder, wie Außenstehende ungefragt ein Urteil über das Kind, dass sie vor sich haben, fällen.

Manchmal sogar ohne das Kind zu kennen.

Sei es an der Supermarktkasse der Wutanfall, oder der Streit auf dem Spielplatz. Ständig gibt es Zuschauer die sie bewerten und beurteilen.
Wie schnell doch ein pauschales Klischee ausgesprochen wird… Ja manchmal werden Kinder sogar als störend empfunden …es sei denn sie benehmen sich, im Sinne der Erwachsenen gut.
Kinder finden sich aber in der Regel immer gut ….egal ob sie wütend ,traurig oder fröhlich jauchzend den Bürgersteig entlanghopsen.

Nach und nach vermittelt ihnen die Welt aber wo sie nicht gut sind ….wo sie sich falsch benehmen.
Wir predigen den Kindern jeden Tag: aus Fehlern lernt man.
Dann bekommen sie irgendwann Noten und merken -nein – Fehler sorgen für schlechtere Bewertung.
Nicht alle Kinder können sich so weit abgrenzen um zu sie verstehen, dass der Test bewertet wurde und nicht sie selbst .
Ich muss ebenso leider feststellen, dass der Tadel in unserer Gesellschaft schwerer wiegt als das Lob.
Das Lob oder die Huldigung unserer Positivity fällt einfach viel zu oft unter den Tisch.

In den Schuhen unserer Kinder_grossekoepfe.de

Wir neigen dazu uns gegenseitig zu oft zu kritisieren und nicht oft genug wohlwollend und anerkennend zueinander zu sein.

Was noch viel absurder ist, wir verlangen von den Kindern mehr als wir Erwachsene selbst leisten können.
Manchmal erlebe ich im Schulkontext, dass Kinder für ihre Unordnung gerügt werden.
Wenn Lehrer/ Eltern/ Schulleiter aber eines ihrer sieben Sachen nicht beisammen haben, gibt es Verständnis -man hat ja viel um die Ohren und das sei menschlich.
Kinder bekommen aber einen Eintrag ins Postheft oder wahlweise ein Fernsehverbot, wenn sie ihr Zimmer nicht aufräumen…

Aber unsere Kinder sind doch nicht weniger Mensch …

Wir diskutieren als Erwachsene Kinderrechte, sprechen ihnen aber oft Rechte ab…
Das Recht sich an manchen Stellen zu bewegen, das Recht zu sprechen, das Recht Emotionen zu zeigen …und sei es in den kleinen Dingen. Natürlich ist ein Bus kein Spielplatz, aber wie viel Platz zum Spielen haben Kinder denn in unserem Land?

Auch hier meine ich nicht den Indoor Spielplatz, sondern ihren Raum sich entfalten zu dürfen.
Obgleich es doch anstrengend ist, aber ich wünsche mir für unsere Kinder wieder mehr Freiheiten.
Keine Anarchie oder so, sondern Freiheit sich ihrer kindlichen Natur hinzugeben und sie selbst sein zu dürfen. Die ständigen Beschneidungen durch uns Erwachsene macht kranke Heranwachsende.

Wenn jemand nicht mehr wütend sein darf, dann wird er krank und verlernt sich Luft zu machen.
Wenn jemand nicht schreien darf, wird er stumm und krank.
Wenn jemand sich nicht mehr bewegen darf, wird er lethargisch, unglücklich und krank.
Wenn jemand seine Meinung nicht mehr offen sagen darf, weil man vermeintlich sowas nicht sagt, oder so können wir doch keine vernünftige Politik machen.

Wir wollen empathische Menschen, dennoch setzen wir viele empathische Kinder in ein Klassenzimmer mit der Aufgabe sich möglichst gegenseitig zu ignorieren, um dem Unterricht folgen zu können. Wir wundern uns aber darüber das Menschen in der Stadt stupide aneinander vorbei laufen und dem Bettler nichts in den Becher schmeißen. Wo haben wir das denn gelernt?

Wenn wir nur wüssten

Wenn wir wirklich wüssten wie es unseren Kindern manchmal geht, wenn wir nur ein einziges Mal wieder in ihren Schuhen stecken würden, dann würden wir ganz bestimmt vieles wieder anders machen.
Aber, solange wir dessen aufmerksam sind und unsere Kinder stützen und bestärken, gibt es Hoffnung.

So lange wir ihnen Platz geben, ihnen zugestehen sie selbst zu sein und ihre Persönlichkeit zu entfalten, dann kann auch Veränderung eintreten..zurück zu einem natürlichen Miteinander.

Damit dies gelingt, begleiten wir unsere Kinder durch das Leben. Als Mütter gehen wir dabei ein kleines bisschen mit,  in ihren Schuhen.
Der Weg ist das Ziel, so sagt man doch.
Für gutes Schuhwerk auf dem Lebensweg ist glücklicherweise meist gesorgt.

Eure Nika

 Ich hab die Converse individuell bedrucken lassen bei einem Online Shop …

Danke Nika für deinen Gastpost! Lg Alu

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1 Comment

  • Anja
    5. Oktober 2018 at 15:14

    Ein toller Text!! ♥
    Neulich sagte jemand zu mir, dass es doch eine unglaubliche Leistung eines Grundschulkindes ist, dass es jeden Tag aufsteht und in die Schule geht, dort sechs Stunden mehr oder weniger still sitzt, lernt, Konflikte austrägt, Lob und Kritik einsteckt und einfach sein bestes gibt. Und auch wenn es nicht so gut läuft geht das Kind Tag für Tag wieder hin – schon das hat Anerkennung und Lob verdient.

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