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Tagebuchbloggen #WMDEDGT im Mai 2026

Heute muss ich mal etwas schummeln, denn wenn dieser Text am 5. Mai am Abend erscheint, dann bin ich hoffentlich aus meiner Operation wieder aufgewacht und konnte schon eine Kleinigkeit zu mir nehmen.

Daher habe ich heute Tagebuch gebloggt, am Tag vor dem 5. Mai. Der Montagmorgen ist immer besonders hart. Die Nacht erscheint mir immer kürzer, als die Nächte davor. So auch an diesem Morgen. Ich bin ab 5.16 Uhr wach, weil die Katze mich irgendwie angeleckt hat. Das mag ich nicht so.

Danach kann ich nicht mehr einschlafen, war ja klar.

Als um 6.15 Uhr der Wecker klingelt springe ich allerdings auch nicht fröhlich aus dem Bett, sondern bewege mich zart und langsam (ich möchte sagen Elfengleich). Die Kinderzimmertüren werden geöffnet und mit engelsgleicher Stimme werfe ich den Kindern ein “Guten Morgen. Aufstehen” entgegen. Natürlich ohne Wirkung. Während ich das Badezimmer besuche, wiederholt mein Mann diesen Vorgang bei den Kindern. Auf dem Weg zum Kleiderschrank wiederhole ich den Vorgang und danach er. Immer so weiter im Wechsel. Irgendwann hören uns die Kinder und ich gehe weiter in die Küche, während der Mann mit den Kindern weiter kämpft.

Heutiges Outfit.

Heutiges Outfit.

Unten werfe ich das Radio an. Ich habe mir angewöhnt, mit ca. 18 Jahren, jeden Morgen Radio zu hören. Für mich ist das immer noch die schnellste und beste Informationsquelle. Ich schmiere Brote, der Mann macht Kaffee. Die Kinder essen ihr Müsli und ich werfe noch die letzten Sachen in die Schwimmtasche.

Nach dem Frühstück fahren die Kinder in ihre Schulen und wir fahren zum Reh- Sport. Montag Morgen machen wir seit nunmehr zwei Jahren gemeinsam Wassergymnastik in einer Reha-Sport-Gruppe. Es tut uns total gut, körperlich aber auch als Paar. Wir sind noch pünktlich und es ist schön im Wasser zu sein.

Reha Sport am Morgen

Reha Sport am Morgen

Nach der Sportstunde laufe ich zur S-Bahn und fahre zu einem Arzttermin. Alles klappt gut und ich bin recht früh beim Einkauf. Ich habe mir nämlich überlegt heute Spargelpasta mit grünem Spargel zu kochen und dafür kaufe ich alles frisch ein. Heute ist mein Vorbereitungstag. Ich wasche Wäsche, sortiere meine Sachen und packe meine Krankenhaustasche.

Zur Mittagszeit falle ich total müde ins Bett und knicke erstmal für zwei Stunden komplett weg. Als ich wieder aufwache ist schon Wäsche in der Sonne getrocknet, gar nicht so schlecht. Ich ziehe meine Schuhe an und bringe noch Post zum Briefkasten. Ich schreibe jede Woche welche an verschiedene Personen, meistens am Montag. Ich habe festgestellt, dass die Menschen sich immer wieder darüber freuen und ich krieg auch selbst so gern Post, also erhalte ich diese Tradition fleißig.

Post in den Briefkasten

Post in den Briefkasten

Als ich auf dem Rückweg vom Briefkasten bin, finde ich ein vierblättriges Kleeblatt. Ich freue mich sehr, denn es ist so: Man muss sie eigentlich immer sofort entdecken.

Ein Kleeblatt gefunden

Ein Kleeblatt gefunden

Also danach “suchen” funktioniert eher selten.

Manchmal sieht man einfach eines und dann ist es da und perfekt. So auch heute. Als ich dann im Garten zu Hause ankomme, da finde ich noch eines und später noch eines. Also wenn das kein gutes Zeichen für meine Operation morgen (also heute) ist, dann weiß ich auch nicht.

Gleich drei Kleeblätter

Gleich drei Kleeblätter

Während ich etwas im Garten werkele (es muss kleines Gemüse gegossen werden, außerdem ist der Nachbarshund zu Besuch und die Katze sitzt fauchend daneben) läuft Musik im Hintergrund und ich merke schnell, dass ich doch etwas aufgeregt bin wegen meiner Operation.

Frische Wäsche waschen

Frische Wäsche waschen

Mir hilft dann immer tanzen. So auch heute. Musik also an und die Hüften schwingen.

Wenigstens tut das gut, als ob dann alle Emotionen herausfließen aus einem. Während ich den Spargel, Feta und die Cherry-Tomaten klein schneide und in den Ofen tue, baut mich Paul Kalkbrenner auf. Die Kinder kommen vorbei und rufen “Igittt” was so viel heißt wie: “Ich esse das eher nicht”, da werde ich wohl nix machen können.

Spargel Pasta.

Spargel Pasta.

Als das Licht schwindend und der Wäscheständer wieder nach drinnen wandert, kommt dann noch die Katze kuscheln. Ich stecke alle Geräte an, damit ich morgen im Krankenhaus mit Kopfhörern usw. versorgt bin, dann lege ich mich aufs Sofa und halte die Katze im Arm. Eben habe ich sie nach draußen getragen und kann nun diesen Text tippen.

Kuschelzeit mit der Katze.

Kuschelzeit mit der Katze.

Es ist dunkel und ich muss einfach gleich nochmal meine Liste fürs Krankenhaus durchgehen. Ich möchte nichts vergessen, wenn ich dann zwei Nächte dort bin und auch jede Menge Schmerzen haben werde. Aber erstmal steht morgen früh (also heute) die Operation an, die eine Reihe von Operationen abschließen soll.

Das Leben als Krebspatientin ist immer wieder voller solcher Tage und manchmal denke ich einfach nur, man kann gar nicht so viele Kleeblätter finden, wie man wirklich gebrauchen kann.

Gute Nacht,

Alu

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