8. März 2017

#MeinTagohnemich - Eine Welt ohne Frauen

Ein Tag ohne mich - Eine Welt ohne Frauen 

Guten Morgen Welt, heute ist der 8.März. Es ist ein Tag ohne mich. Ich bin nicht da, bin weg, bin abhanden gekommen in Raum und Zeit.  Ein Beitrag #EinTagohnemich zum 8.März für das feministische Netzwerk.

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Ja was nur?



Ich bin all hier und nirgends


Der Tag beginnt früh für meinen Mann, er weckt alle Kinder und gibt dem kleinsten Kind die Flasche. Die große Tochter schickt er zur Schule, den Mittleren bringt er zur Kita, immer dabei ist das Baby, jammernd auf dem Rücksitz. Daheim wieder angekommen will sich Konsti müde aufs Sofa werfen, aber das Kleinste fordert Aufmerksamkeit und so bindet er sich die Tochter vor den Bauch und macht den Abwasch, die Wäsche, beantwortet die E-Mails, lauscht der Weltpolitik im Radio und alten Features mit weiblichen Stimmen usw. Als der Mittagsschlaf endlich gekommen ist, fallen er und das Baby in einen traumlosen Schlaf. Vielleicht war das mal jemand mehr der ebenfalls die Care Arbeit übernommen hat? Vielleicht gab es da mal jemanden der auch Geld verdiente? Vielleicht gab es mal Liebe und Geborgenheit? Konsti weiß es nicht mehr, viel zu lange sind die Bilder im Kopf her, 15 Jahre bereits.


Die Katze beißt sich in den Schwanz.


Soweit er nun weiß war das hier schon immer alles so. Er und die drei Kinder allein, wie in einer Zeitschleife gefangen. Überall sind nur noch Männer übrig und Kinder, die Frauen dieser Welt haben sich vor langer Zeit „davon gemacht“, die Zeit steht still seitdem, keine Veränderungen mehr, keine Entwicklungen mehr.
Am Nachmittag holt er alle Kinder wieder ab. Die Tochter erzählt, dass es in der Schule schon wieder die Geschichte des großen Frauenstreiks am 8. März gab, diesem einen Tag der dafür verantwortlich ist, dass keine Frauen mehr auf dieser Welt weilen. Obwohl alle Familienmitglieder die Geschichte schon kennen, muss die seit 15 Jahren nicht gealterte zehnjährige Tochter die Geschichte erneut erzählen.

Die Welt der Frauen.


Einst gab es ca. 50% Frauen auf dieser Welt, sie arbeiteten hart für den Erhalt von Leben und Gesellschaft. Sie waren oftmals die Verantwortlichen für die Kinder, den Haushalt, das Geld verdienen und gesellschaftliche Veränderungen. Sie netzwerkten und entdeckten. Nur selten wurden sie dafür geehrt, oder gesehen. Viele Frauen von ihnen wurden unterdrückt, geschändet und nicht geliebt. In einigen Ländern galt die Weiblichkeit sogar als verrucht, verboten und beschämend. UNVORSTELLBAR.
An diesem einen Tag  jedoch, vor 15 Jahren, da öffnete sich der Himmel und nahm ALLE Frauen über 14 Jahren mit. Ein Laserstrahl befiel die anderen Bewohner der Erde wie Kinder und Männer, sie alterten ab diesem Tag niemals mehr und es gab keine sexuelle Lust und Leidenschaft mehr auf der Erde. Die Möglichkeit der Fortpflanzung war verschwunden.  Gefangen in einer Zeitblase warten seitdem die Kinder, Männer und die verlassene Gesellschaft auf die Rückkehr der Frauen, doch erst wenn diese wieder mehr geschätzt und gesehen werden, so vermuten Wissenschaftler, dann kehren diese alle zurück.


Die Hoffnung der Frauen.


Die Tochter erzählt diese Geschichte immer wieder eindrücklich, gemeinsam trauert die Familie um all die verlorenen Frauen und die verlorene Liebe.
Der Tag war wieder lang. Abends fällt der Mann müde ins Bett. Er weint sich ein wenig in den Schlaf, denn im Gegensatz zu anderen Partnern hat er seine Frau, und die Mutter seiner Kinder, immer sehr geschätzt und geliebt. Er hat sich stets die Care Arbeit mit ihr geteilt und verflucht nun an jedem seiner endlosen Tage all die arroganten männlichen Arschlöcher die der Welt diese verdammte männliche Scheiße eingebrockt haben. Vielleicht, so hofft er, kommt seine Frau heute Nacht im Traum zu ihm zurück, wer weiß?
#meintagohnemich

Alles Liebe zum Frauentag, schaut Euch die anderen Blogbeiträge an. und danke an Kaiserinnenreich für den Anstoß.

Alu

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Kommentare:

  1. herrlich, ganz wunderbar! Danke für diese Utopie und die gelungene Bebilderung dazu ;)

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  2. Super!
    Die Legende von der Frau!
    Ob sich das wohl so manch einer zu Herzen nimmt?
    Liebe Grüße
    Andrea

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