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Mutter-Kind-Kur: Plötzlich allein mit den Kindern zu Hause, ein Vater erzählt

Mutter-Kind-Kur (die andere Seite): Allein mit Zwein – drei Wochen ein Vater allein zu Haus

Meine Frau ist mit dem Mittleren auf Kur. Ich gönne es beiden von Herzen und ich sehe den Bedarf dazu, es gibt immer viel zu viel zu tun. Gleichzeitig bedeutet das für uns, die wir zu dritt Hause bleiben, auch eine Umstellung. Ein Vater und seine Töchter. Eine schon fast 12 und eine noch kleine Maus die sehr viel Unterstützung braucht.

Strukturell haben wir uns gut vorbereitet, auch emotional ist es bisher (seit sechs Tagen getrennt) alles ok. Doch, das liegt auch daran, dass ich den Mädels gute Laune verordnet habe. Es ist schon deutlich stiller bei uns. Der Sohn, der Partykönig fehlt ein wenig. Dafür konzentriere ich mich viel mehr auf meine Töchter als sonst und das fühlt sich auch sehr schön an. Ich habe es auf Arbeit angesagt. Wir haben uns eine Haushaltshilfe vor der Kur beantragt und bewilligt bekommen. Die junge Frau holt auch die Kleine von der Kita (zum Glück kennt das Kind sie schon, denn es ist unsere Mütterpflegerin von der Wochenbettbegleitung “Nachgeburtsbegleitung” bei K3). So kommt es in den kommenden Wochen dazu, dass ich dank ihrer und Großelternhilfe drei Nachmittage länger arbeiten kann in jeder Woche und trotzdem den Einkauf und alle anderen Kindertermine noch schaffe.

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Der Kurplan

Ich habe einen Plan aufgehängt, hier sind die Mutter-Kind-Kur Dauer und die Besonderheiten eingezeichnet. Jeder „geschaffte Tag“ wird durchgestrichen. Die kleine Tochter fragt regelmäßig nach Mama und ihrem Bruder. Dann sage ich, dass sie nicht da sind. Sie sind im Gesundheitsurlaub. Das hat sie bisher zufrieden gestellt. Die große Tochter freut sich über den neuen Freiraum und hält sich ansonsten wacker. Etwas mehr hellsichtige Mithilfe ihrerseits wäre schön, aber ich denke das kommt mit der Zeit. Doch im Großen und Ganzen werden die von uns übertragenen Haushaltsaufgaben übernommen. Meine Schwiegermutter bot darüber hinaus an bei der Wäsche zu helfen (was sie nicht hätte machen müssen, aber es ist sehr nett) und eine Putzhilfe kommt auch noch einmal ins Haus bevor alle wieder da sind. Soweit so gut, der Alltag ist organisiert (fast sehr viel besser als sonst) und das ist schon mal eine Säule. Solange alle gesund bleiben, spielt sich der Alltag zwischen Schule, Kita und Arbeit normal ab.

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Zeit verstreichen lassen..

Nur diese Einsamkeit am Abend im Bett, die halte ich schlecht aus. Zu gewohnt ist die Frau neben einem, mit der man kurz noch ein Wort wechselt. Die erwachsene Person, die bei Bedarf aufsteht oder des Nachts, wenn K3 wieder meckert, auch mal gucken kommt (ist ja von jeher mein Job). Bisher hat K3 nämlich das zwischenzeitlich gelungene durchschlafen wieder verlernt. Mal nur kurz und schon mal zwei Stunden war sie jetzt schon wach seit die Anderen verreist sind. Das schlaucht mich. Andererseits ist es ja durchaus altbekannt also: durch da.

Sonntag Morgen. Der frühe Vogel

Nach längerem Überlegen, habe ich uns nun für das mittlere Wochenende der Mutter-Kind-Kur meiner Frau und dem Sohn eine Ferienwohnung in der Nähe der Kurklinik auf Rügen gebucht. Wir werden uns schon am kommenden Wochenende für zwei Tage wiedersehen. Hoffentlich werden wir uns verstehen und auch schadlos wieder trennen können. Bis dahin halten wir durch, genießen es auf uns Drei gestellt zu sein (mit der großartigen Hilfe) und hoffen dass wir gesund bleiben.

Diesen Text schreibe ich sogar gerade aus meinem Elternhaus, wo ich neben meiner Solitäre spielenden Mutter im kleinen Zimmer sitze und die Mädels den Katzen hinterherjagen. Auch so Dinge, zu denen ich sonst eher nicht komme…

Konsti

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Plötzlich allein zu Haus.

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11 Comments

  • basti
    15. Januar 2019 at 23:06

    meine Güte. Haushaltshilfe, Oma , Putzfrau. Das nenne ich mal ganz gepflegt Urlaub, oder nicht?

  • Alu und Konsti
    15. Januar 2019 at 23:23

    Vielen Dank für deinen Kommentar. Er hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Was willst du mir damit sagen? Soll ich dir vorrechnen wie mein Arbeitstag aussieht oder wieviel Party ich mache? Oder bist du neidisch, dass wir uns organisieren? Hätte ich blau machen sollen? So lieber Basti, jetzt bist du dran. Oder bist du im Urlaub? Dein Konsti

  • Olli
    16. Januar 2019 at 00:39

    Ich muss ehrlich sagen das ich Basti ein bisschen zustimmen muss. Für mich hört sich das eher nach einem Mann an der sich nicht organisieren kann und deshalb alles an Hilfe braucht was geht. Meine Frau war 4 Wochen auf Kur und ich war mit unserer 2 Jährigen alleine zu Hause und ich arbeite im 3 Schichtsystem und es hat auch alles super geklappt. Ohne Putzhilfe, Eltern (Schwiegereltern) wohnen beide 375 Km entfernt und ohne Auto (das hatte die Frau mit zur Kur).

  • Inge
    16. Januar 2019 at 10:29

    Um Himmels Willen! Zwei ganze Kinder als Mann fuer drei ganze Wochen mal allein betreuen?! Sagenhaft.
    Das leisten Frauen ganz selbstverständlich ohne darüber zu palavern und daraus ein Thema zu schinden. Wen juckt das eigentlich?
    Das ist doch keine Meisterleistung!
    Ausserdem gibt’s auch noch Unterstützung in Form eine Haushaltshilfe fuer so arme, nicht belastbare Männer.
    Verstehe ich nicht.
    Ein Armutszeugnis.
    Alleinerziehende wuppen das täglich.

  • Alu und Konsti
    16. Januar 2019 at 11:17

    Liebe Inge,
    ein Armutszeugnis für dich, wenn du mir unterstellst,
    ich würde einer Frau nicht dasselbe zu billigen, was für ein Frauenbild liegt dem zu Grunde?
    Ich habe nie von einer Meisterleistung geredet. Es wäre schön, wenn du dich damit abfinden kannst, wie ich das mache.
    Wenn ich auf meinem Blog davon berichte tue ich das. Egal wie banal es dir erscheint. Schreibe gerne selber einen Blog mit all deinen Ressentiments. Ich werde ihn lesen und ebenso qualifiziert meinen Senf dazu beitragen wie du bei mir.
    “Alleinerziehende wuppen das täglich.” Ja und das bewundere ich. Ich bin aber nicht alleinerziehend!

    Konstantin

  • Alu und Konsti
    16. Januar 2019 at 11:20

    Lieber Olli,
    danke für deine Meinung unter meinem Beitrag.
    Da du mich nicht kennst: Ich kann mich sehr gut organisieren!
    Hattest du nicht auch Respekt vor den vier Wochen ohne deine Partnerin?
    Muss ich mich bei dir und Basti entschuldigen, dass ich darüber schreibe, wie es mir geht und was ich dagegen/ dafür getan habe.
    Wenn ich nicht in dein Männerbild passe, tut es mir nicht leid.
    Gerne veröffentliche ich deinen Bericht. Sozusagen als Erfolgsstory auf unserem Blog.

    Nur Gutes
    Konsti

  • Arif Özkan
    16. Januar 2019 at 14:18

    Hallo Konsti,
    wer öffentlich schreibt muss auch damit rechnen, dass von dem einen oder anderen auch reaktionen kommen die dir nicht gefallen. Lass dich nicht ärgern. Die Leute schreiben dir nur wie es bei ihnen rüber kommt.
    Ich habe keine Ahnung wie dein Arbeitsalltag ausschaut, wie viele Stunden du auf der Arbeit bist, ob deine Mutter sich immer den ganzen Tag um die Kinder kümmern kann, etc…
    Wo ich gerade eure geschichte gelesen habe ging mir nur eins durch den Kopf; trotz allem war es sicher für euch alle eine wertvolle Zeit.
    Ich wünsche eich alles gute.
    Arif

  • Alu und Konsti
    16. Januar 2019 at 15:04

    Lieber Arif,
    vielen Dank für deine Einschätzung.
    Du hast mit allem Recht.
    Es ärgert mich halt persönlich. Es bleibt aber immer meine Binnensicht.
    Vielleicht gibt es ja Reaktionen derjenigen auf meine Antworten,
    dann hätten wir ja einen Austausch.
    Nur so kann man wirklich voneinander lernen.

    Dein
    Konsti

  • Krämer
    16. Januar 2019 at 15:31

    Ja, es wurde in diesem Beitrag darüber berichtet, wie der Alltag organisiert wurde, und auch daß der Alltag funktioniert, aber das scheint mit gar nicht der wichtigste Punkt in diesem Beitrag zu sein, und deswegen verstehe ich die Aufregung nicht. Als wichtigste Aussage empfinde ich eigentlich: Konsti scheint seine Frau als Mensch und Partner zu vermissen. Und das ginge doch vermutlich jedem von uns so, oder nicht?

  • Lea
    16. Januar 2019 at 19:41

    Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass hier soviel Missgunst verbreitet wird. Was sollen die Kommentare, dass andere es doch schlechter haben? Wozu diesed Vergleichen? Darf es mir nicht schlecht gehen, weil es andere gibt, die es viel viel schwerer haben?? Und mal davon abgesehen lese ich aus dem Text keine Beschwerde über einen beschwerlichen Alltag, sondern die Traurigkeit über das Fehlen der Partnerin, als Verbündete und Unterstützung. Ich finde, dass klingt wie eine wirklich schöne Liebeserklärung an die Partnerin.
    Ich wünsche dir/euch alles Gute für die restliche Zeit, in der ihr getrennt seid! (Und darüber hinaus natürlich auch 😉 )
    Herzliche Grüße an euch,
    Lea

  • Caro
    17. Januar 2019 at 15:43

    Lieber Konsti,

    ich find’s großartig, wie ihr das vorbereitet habt.
    Unterstützung zu organisieren, um Hilfe zu bitten ist, wie man an den für mich völlig erschreckenden Kommentaren sieht, anscheinend noch immer sehr verpönt.

    Aber Überforderung bzw. Sich-zu-Überfordern ist nicht schick, nicht heldenhaft und nicht souverän.
    Und ja, irgendwer schafft immer mehr.
    Das ist kein Maßstab.

    Daher noch mal – ich hab’s schon im Vorfeld gelesen, wie ihr das geplant habt, für mich ein total bewundernswertes Vorbild, für sich selbst und damit für die Familie Sorge zu tragen.

    Danke für’s Teilhabenlassen!

    Ich wünsche ein wundervolles Wiedersehen und eine gute Restzeit!

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