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Wann hat mich mein Mutter-Kind-Kur Effekt verlassen?

Ich stehe an der Ampel und spüre es. „PUFF“, mein Erholungseffekt der Mutter-Kind-Kur ist verflogen. Bereits in der Nacht habe ich von einem Gespräch bei meiner Ärztin geträumt. „Möchten sie nicht eine Kur beantragen?“, fragt mich die Frau und als ich am Morgen aufwache, fühle ich mich seltsam ungeordnet. Jetzt stehe ich hier heulend an dieser Ampel und soeben hat mich ein Autofahrer fast umgekarrt.

Ich bin bei grün über die Ampel gelaufen. Aber anscheinend reichte dem Opi am Steuer das Grün der Ampel nicht, denn er hält trotzdem drauf zu und seine Autospitze küsst bereits mein Schienbein. Wie im Schock schreie ich den Fahrer an „Ich habe grün, du Arschloch! Ich habe grün!“, während ein Mann mit einem Rollkoffer mich von der Straße zieht und meine Schulter tätschelt. Die Scheibe des Autofahrers kurbelt sich herunter und ein „Tschuldigung“ wird gemurmelt. Eine Entschuldigung von der ich mir nichts kaufen kann, aber immerhin eine Geste.

PUFF, PENG, PANG. Mein Kureffekt ist in diesem Moment total weg. Davon geflogen. Komplett vorbei und hat sich anscheinend sogar mit einem Knall verabschiedet.

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Ein schönes Motiv.

In den letzten Tagen fühlte es sich bereits ab und zu wackelig an. Ich spürte meine Schulter immer häufiger wieder in den Abendstunden und auch mein Magen reagierte erneut bei Stress. Sollte es das etwa schon gewesen sein? War diese ganze Mutter-Kind-Kur etwa umsonst? Nach nur acht Wochen sollten die Zaubereien der Meeresbrisen und die Übungsstunden im autogenen Training bereits verflogen sein?  Nach acht Wochen sollen sich die Gedanken der  Strandspaziergänge nicht weiter verfestigen?

Als ich am anderen Ende der Ampel ankomme, laufen mir die Tränen.

Ich will das nicht. Ich will noch weiter entspannter durch die Stadt laufen und das Innehalten für mich entdecken. Ich will meine Schulterschmerzen wieder los sein und unbeschwert meinen Kaffee trinken können.

Ich laufe den ganzen Weg bis nach Hause. Ich laufe und laufe. Es sind viele, viele Schritte an diesem Tag. Ich muss mich ordnen, versuche mir mein Mutter- Kind- Kur- Gefühl hervorzurufen, meine Strategien die ich dort entdeckt habe um mich selbst zu ordnen.

Als ich nach Hause komme, öffne ich den Briefkasten und darin liegt eine an mich selbst geschriebene Postkarte der Mutter-Kind-Kur. Zwei Monate später wollte die Psychologin sie an uns alle abschicken.

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meine Liebsten, meine Arbeit, der Hausbau, der Studienabschluss und 10.000 Schritte pro Tag. You go Girl!

Vielleicht weil sie längst weiß, dass die magische Grenze von zwei Monaten nicht so einfach zu knacken ist. Vielleicht aber auch, weil sie meinen Blog liest.

Danke jedenfalls. Die Postkarte ist angekommen und ich weiß jetzt wieder was ich zu tun habe!

You go girl!

Alu

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